BEWERTEN
 

Cameran

»A Caesarean«

[Nois-o-lution / Indigo / VÖ: 21.10.2005 ]

Text: andreas schnell, andreas schnell

Es gehört nicht gerade wenig dazu, mit einer Musik, die sich grob unter den Begriff Post- oder Emo-Hardcore fassen lässt, noch dieses aufgeregte Kribbeln auszulösen und durch eine Eigenständigkeit zu verblüffen, die nach Referenzen suchen lässt - nur um sie sofort wieder auszuhebeln. Klar erinnern Cameran an Bands wie At The Drive-In, an Refused, manchmal - wenn sie episch werden - tatsächlich gar an Jane's Addiction und andere Sternstunden der Rockmusik der letzten zwei Jahrzehnte. Aber sie transzendieren die Quellen immer wieder, sprengen das Hardcore-Korsett mit Leichtigkeit. Die Einflüsse werden nicht zitiert, sondern in ihrer Essenz ergänzt um eigenes und zu einem leidenschaftlichen Biest von Platte verschmolzen.

Neben stilistischer Originalität glänzt dieses Album zudem mit spielerischem Witz und Unmengen von Einfällen. Und wir hören eine Band, die genau das sein will: eine Band - keine Egotrips (jedenfalls keine, die man hören könnte), sondern konzentriertes Zusammenspiel. Ein bemerkenswertes Debüt. Und in Sachen Post-Hardcore ganz gewiss das Beeindruckendste der letzten Zeit - ausgerechnet aus Österreich übrigens.



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