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Aim Of Design

»Good Time«

[Hobby Deluxe / Indigo / VÖ: 14.10.2005 ]

Text: linus volkmann, linus volkmann

Dreht man diese CD um, sieht man die halbmüden Berlin-Styler nicht nur mit ihren Frisuren, sondern auch mit einer nackten Frau. Misstrauen scheint angesagt, zumal die erste Platte \"Gosen U Can Rave II\" auf R.O.T. erschien. Also dem berühmt-berüchtigten Mia.-Management. Und bei aller Freiheit der Kunst und Unvoreingenommenheit guckt man dort bei den verwendeten Codes doch etwas genauer hin. Um dann in diesem Fall aber zu bemerken, dass jenes Backcover ein Bildzitat ist von Depeche Modes \"Violator\". Aber überhaupt, Thema: Codes knacken. Wer auf Verweise und Wortfelder jenseits des neuen deutschen Reimschemas (\"geben, hören, sagen, machen, lachen, krachen\") steht, kann sich hier drinnen wohlig wälzen.

Denn Aim Of Design fahren den ganz großen Deutschsprech-VW. Und fallen daher ziemlich auf. Denn wofür anders werden Juli und Co. momentan gefeiert als dafür, dass man auf Deutsch auch singen kann, ohne dass der Text dabei so im Vordergrund stünde? Also das Prinzip vieler englischsprachiger Songs. Aim Of Design halten sich mit dieser Entwicklung nicht auf, sondern führen ein Reise-Lexikon eigentlich kaum zu singender Worte mit sich. \"Kippenberger\", \"Gemächt\", \"Fluxus\" und weiß der Teufel was sonst noch alles. Mich erinnert das frappierend an Aroma Gold, die seinerzeit mit ihrer so genannten \"Buttersprache\" gar nicht erst versuchten, ihre Sprache weich zu zeichnen. Dadurch besitzt \"Good Time\" allerdings eine ziemliche Schwelle, denn viele hassen genau diese Art von Text und Gesang im Deutsch-Pop. Denen sollen halt andere helfen, sind ja gerade genug aus ihren Löchern gekrochen. Aim Of Design haben eben ein anachronistisches Album vorgelegt, das genau daher auch seine Spannung zieht. Und das Zeilen mit sich führt, die zwischen Trash und Genialität schleifen. Eingebettet findet sich das alles in catchy Midtempo-Styler-Pop Berliner Prägung. Auf Platte mehr so Electro'n'Slogan'haft und live weit energetischer und brachialer, eine Ecke Surrogat ist dann nicht zu verbergen. So. Und jetzt? Ach genau, eine dieser Zeilen wollte ich mal loswerden, damit man weiß, was mit dieser Review eigentlich beschrieben werden soll: \"Wir wiegten uns zu Depeche Mode / Doch dir gefiel mein Style nicht gut / Du warst in voller Dave-Montur / Und ich trug eine Rave-Frisur.\" Wenn das nicht für sich spricht, weiß ich auch nicht.



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