BEWERTEN
 

Matthias Arfmann

»ReComposed«

[Deutsche Grammophon / Universal / VÖ: 29.08.2005 ]

Text: Matthias Schneider, Matthias Schneider

Matthias Arfmann gelingt es tatsächlich, den Reset-Schalter zu betätigen bei der bisher so kontaminierten liaison dangereuse der Klassik und Popmusik. In der Vergangenheit gab es zahlreiche misslungene Annäherungen der beiden Stile, ob mit Klassik à Gogo in den 70ern oder dem Klassik-Pop-Supergau der 90er Jahre, dem Rondo Veneziano. Böse Zungen könnten nun behaupten, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis der Klassik im allgemeinen Remix- und Club-Lounge-Overkill ein paar Beats und Bässe untergejubelt werden. Wir können auch anders, sagen dagegen die Musiker und Produzenten der Konzeptreihe \"ReComposed\", übrigens demnächst auch Jimi Tenor, und behandeln das Ausgangsmaterial teilweise recht forsch.

Den vielversprechenden Auftakt macht der ehemalige Kastrierte Philosoph Matthias Arfmann, der sich zusammen mit Sebastian und Milan Meyer und der Sängerin Onejiru mit den legendären Einspielungen der Berliner Symphoniker, u. a. von Dvorák, Schubert, Mussorgsky und Wagner, unter der Leitung von Karajan auseinander gesetzt hat. Wie es sich für einen Dub-Spezialisten gehört, lief bei Arfmann \"alles auf die Bassline zu\", die die Basis für das Neuarrangement ganzer Passagen und für die Supplements von Gitarre, Moog-Synthesizer und Gesang bildet. Ungeachtet seiner Dreistigkeit, mit der Arfmann die Vorlagen bearbeitet, zollt er ihnen großen Respekt, wodurch die eingangs erwähnte gefährliche Verbindung von Klassik und Pop endlich passé ist. Karajan on Dub? Tatsächlich großartig!



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