BEWERTEN
 

The Stands

»Horse Fabulous«

[Echo / Pias / Rough Trade / VÖ: 25.07.2005 ]

Text: andreas schnell, andreas schnell

Howie Payne ist ein sympathischer Wuschelkopf, der sich für Musik interessiert. Gern darf die auch alt sein. Für seine Songs ist das schließlich genau das Richtige. Gespickt hat er da, wo man Songwriting, Abteilung klassisch, seinerzeit auf den Punkt brachte: Dylan, Byrds, Beatles, Kinks, um die wichtigsten Quellen zu nennen. Das hat sich auch für Album Nummer zwei nicht geändert. Der Schritt hin zu einem erweiterten Sound (Streicher, Hörner, you name it) war keine Überraschung und führt auch unter der Ägide von Produzent Tom Rothrock (Foo Fighters, Beck, Elliott Smith) keineswegs zu sensationellen Ergebnissen. Das sollte aber nicht den Blick verstellen auf das, was ist.

Zwischen einigen lyrischen Banalitäten (\"I need just enough love to get me through the night\" ...) finden sich schöne Bilder von Sekretärinnen und Kellnern an fremden Gestaden. Paynes Stimme ist außerdem fern von Epigonentum eines jener Organe, die mit Leichtigkeit berühren. Seine Songs sind formvollendet, spielen lässig mit den Zeichen der Zeit, die hier dreißig bis vierzig Jahre zurückliegt, und sind somit natürlich volles Rohr retro. Das allerdings angeberisch zu nennen leugnet die Angeberei, die seit je zum Berufsstand (nicht nur des Musikers) gehört und noch der vollendetsten Pose der Bescheidenheit innewohnt.



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