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Pit Przygodda

»Schein An: Filmmusik 1996-2004«

[Sopot / Al!ve / VÖ: 04.07.2005 ]

Text: Jochen Bonz, Jochen Bonz

Es sind Worte, die anzeigen, dass etwas vorbei ist, um die ich bei der Besprechung der Filmmusik Pit Przygoddas schon einleitend nicht herumkomme: \"Es war einmal ...\", \"Es gab einmal ...\", \"Wir glaubten ...\", \"Es war schön ...\". Die Vergangenheitsform betrifft an erster Stelle eine Band, deren Gesicht und Stimme Pit ich weiß nicht wie lange war: Go Plus. Voriges Jahr hat er die Gruppe aufgelöst. Im Olymp der Popmusik aus der Nachbarschaft hat sie ihren Platz zwischen Blumfeld und Tele. Die einen kleinen Ausschnitt aus den Filmmusikkompositionen Przygoddas zusammenstellende Compilation beginnt mit einer Reihe von Stücken, zu deren Charakterisierung wir vor zehn Jahren Easy Listening sagten.

Mit Begeisterung. Ich habe damals zu tief in dieses Glas geschaut, als dass diese sich heute noch einstellen könnte. Das ist vorbei! Heißt aber nicht, Przygoddas Form des Leichten, des vage Anspielenden, des Aufmachens von Räumen über die Sechziger- und frühen Siebzigerjahre sei schlecht. Sie ist so gut, dass sie mich an die beste Band des großen Retro-Fiebers erinnert, an die mit dem Schwung, die Münchner Merricks rund um Bernd Hartwich. Die mittlerweile auch selig ist, wie sich versteht. Ein etwas spröder Schwung ist es, was die 21 Stücke verbindet. Ihre Haltung. Der Stil. Genres werden noch etliche bedient, und zwar hübsch, auch wenn ich nicht recht verstehe, was es soll (Heavy Metal, romantisches Klaviersolo, Kirchengesang, volkstümliches Hochzeitslied). Am Ende öffnet sich dieses Universum der Vergangenheit und der Genres - und vor allem mit dem Song \"Angel\", wie von einer französischen Schauspielerin gesungen von Geka Winkler, kommt dann ein zeitgenössisches Indie-Pop-Gefühl herein, das mir als etwas ganz Besonderes vorkommt. (\"Wie eine französische Sängerin\" sagten wir über Stimmen, die schön waren und richtige Melodien sangen und dabei zerbrechlich klangen.) \"Schein An\" ist kein Album, das man haben muss. Aber Alben, die man haben muss, gibt es heute keine mehr. Habe ich erwähnt, dass Przygoddas Qualität im Bereich der Tonarten und des Melodiösen liegt?



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