BEWERTEN
 

Bob Mould

»Body Of Song«

[Cooking Vinyl / Indigo / VÖ: 25.07.2005 ]

Text: Sascha Seiler, Sascha Seiler

Bob Mould war ja schon immer der Melodieverliebte bei Hüsker Dü – in den 90ern, bei seiner Band Sugar, stand dann auch gerne mal die eine oder andere Beatles-Harmonie im Mittelpunkt der Kompositionen. Ein interessanter Spagat also, den Mould zwischen früher Hardcore-Vergangenheit und Pop-Ambitionen in seiner Karriere bislang hinlegte. “Body Of Song” ist natürlich mitnichten eines jener redundanten Alben, die Musiker aus der alternativen Ecke der späten 80er ja gerne mal auf den Markt werfen. Vielmehr lässt sich auf diesem kleinen Juwel die ganze Vielfalt des Post-90er-Jahre-Rock orten. Die klaren Reminiszenzen an die Seattle-Ära im Opener “Circles” (in welchem Mould eben auch seine verlorene Jugend im Lichte des neuen Amerika besingt, eine “Sentimental Journey” der besonderen Art) werden durch die elektronischen Spielereien in “(Shine Your) Light Love” (die Stereo MC’s lassen grüßen) oder “I Am Vision, I Am Sound” postwendend konterkariert.

Überhaupt ist es die Stilvielfalt, die Mould hier offeriert, in deren Schatten man auch mal ein schmalziges Stück wie “Days Of Rain” durchgehen lassen kann. Den US-Alternative-Stallgeruch wird er zwar nicht mehr los, doch das Changieren zwischen Indie-Hymnen, vorsichtiger Elektrik und gar einer Hüsker-Dü-Referenz im letzten Song lassen “Body Of Song” zu einem unerwartet erfreulichen Erlebnis werden. Grant Hart darf nun gerne nachlegen.



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