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Medications

»Your Favourite People All In One Place«

[Dischord / Southern / Al!ve]

Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink

&
Lungfish
Feral Hymns

Dischord über alles. Für Fans abstrakten Punkrocks sind sie seit mehr als 20 Jahren ein unerlässliches Label. Und mit Bands wie Q And Not U und El Guapo schafften die Washingtonians in den letzten Jahren auch den Spagat hin zu frischeren Stilarten, die unumstößliche Brillanz von Fugazi, der besten Band der Welt, mal ganz außen vor gelassen. Jetzt treten Dischord mit Releases einer ganz neuen und einer ganz alten Band auf den Plan. Obwohl, hinter dem Bandnamen Medications steht auch eine Formation mit Geschichte: Sänger Devin Ocampo war mit Faraquet und Smart Went Crazy schon an der Front der Punk-Avantgarde tätig, blieb mit diesen Formationen aber immer im Schatten der großen Genrehelden.

Und mich deucht nun, dass auch die Debütplatte von Medications die große Popularität vermissen lassen wird. Zu indifferent bleiben die Songs der Gruppe, ohne dass diese Zuschreibung jetzt per se negativ gemeint wäre. Außergewöhnliche Songstrukturen treffen hier auf sehr raue Gitarren, die meisten Stücke lassen sich eher in einem Jazz- als in einem Popkontext verorten. Auch wenn das oft sehr furios ist und wenigstens mich euphorisiert: Hitpotenzial sieht anders aus. Stilistisch ist \"Your Favourite People ...\" so etwas wie ein Patchwork aus alten, hardcorelastigen Labelbands, dancelastigen Gang-Of-Four- und postrockigen Tortoise-Elementen sowie der rohen Kargheit Shellacs. Super ist das, ein populärer Meilenstein des Labels nicht.

Lungfish dagegen sind so ziemlich die dienstälteste Dischord-Band, und viele hätten nicht mehr mit einer neuen Platte der Gruppe aus Baltimore gerechnet. Denn bisher blieb ihnen der große Underground-Durchbruch verwehrt, und in den allgegenwärtigen Lieblingslisten an Dischord-Veröffentlichungen traten ihre Alben auch nur selten auf. Denn sie waren immer die etwas sperrigere Version dessen, was sich z. B. bei Fugazi aufgrund deren überbordender Dynamik relativ schnell erschloss. So wie sich Tad zu Nirvana verhielten, taten es Lungfish zu Fugazi, quasi. Viel geändert hat sich daran nicht. All die, denen Bands wie Fugazi oder Q And Not U zu poppig sind, werden Lungfish genießen können, andere werden ihre Platte wahlweise zu schwerfällig, grob oder unpräzise finden. Respektabel ist \"Feral Hymns\" aber auf jeden Fall.



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