BEWERTEN
 

Ladybug Mecca

»Trip The Light Fantastic«

[Groove Attack / VÖ: 25.07.2005 ]

Text: Heiko Behr, Heiko Behr

Es war ein Versprechen. Als die Digable Planets (Ish Butterfly, Doodlebug und Ladybug Ms Mecca) 1993 ihr Debüt \"Reachin' (A New Refutation Of Time & Space)\" veröffentlichten, herrschte Aufbruchstimmung. Die Digable Planets zeigten neue Wege auf: sophisticated, conscious Bebop-HipHop. Ganz weit vorne, vielleicht zu weit. Nur ein Album später war schon alles wieder vorbei, sie lösten sich auf. Und nun also nach über zehn Jahren das immer wieder angekündigte Soloalbum von Ladybug, zweifellos eine der begabtesten Reimerinnen schlechthin. Ihren einzigartigen Flow hat sie nicht verloren, sie setzt ihn nur immer seltener ein, er ist anderen Ausdrucksformen gewichen: Sie deklariert, sie wispert, sie stöhnt, sie säuselt.

\"Simply music\", nennt sie es und spielt damit auf die Schwierigkeiten an, dieses Album einzukategorisieren. Zahllose Einflüsse (Afrobeat, 80s-Funk, 70s-Soul, lateinamerikanische Rhythmik) addieren sich hier zu einer leider allzu inkonsistenten Form. Der weitgehende Verzicht auf Samples hat ihr nicht gut getan - das Songwriting wirkt allzu oft unausgereift. Es ist ein weiteres gebrochenes Versprechen. Hoffen wir also auf die angekündigte Reunion der Digable Planets im nächsten Jahr.



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