BEWERTEN
 

Guapo

»Black Oni«

[Ipecac / Soulfood / VÖ: 13.04.2005 ]

Text: andreas schnell, andreas schnell

Die Kenntnisnahme des Labels Ipecac wappnet unmittelbar. Jener Laden ist schließlich nicht gerade bekannt für irgendwie normale Musik. Aber eine derartig überwältigende Ladung Prog-Rock kommt dann doch gänzlich unerwartet, zumindest, wenn man mit dem bisherigen knappen halben Dutzend Tonträger der Band nicht weiter vertraut ist. Dabei ist “Black Oni” schon der zweite Teil eines zusammenhängenden Werks, das auf drei CDs bei drei Labels verteilt nach und nach das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Die dem Genre entsprechende konzeptionelle Klatsche a.k.a. Vision haben sie also schon mal. Und musikalisch lassen sie nichts anbrennen: Angst und bange kann einem werden, wenn Guapo aus London ihre Einflüsse von King Crimson und Genesis bis Sun Ra zu einer düster brodelnden instrumentalen Rockmusik verwerten, die zwischen irrwitziger Komplexität und schwarzen Ambientstrecken schillert.

Das ist bis in die Mellotron-Spitzen hinein Artrock im engeren Sinne, also orientiert an den Hochzeiten dieser Musik in den Siebzigern, kurz bevor die Sache in einem Meer von Schwulst ersoff. Zugleich ist es aber mit einer Intensität gespielt, die von den alten Säcken des Genres auch in ihren besten Tagen selten erreicht worden ist – derzeit haben so was höchstens noch Irre wie Sleepytime Gorilla Museum auf der Setliste.



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