BEWERTEN
 

The Egg

»Forwards«

[Squarepeg / Ministry Of Sound / Edel / VÖ: 16.08.2004 ]

Text: Burkhard Welz, Burkhard Welz

Trippige Soundwälle mit Gitarren und massiv Echoeffekt. Erinnert sich noch jemand an die Kitchens Of Distinction, Slowdive (Vorläufer von Mojave 3) oder Millenia Nova? Zumindest von Letzteren gab es neulich noch ein Lebenszeichen in Form eines Tonträgers. Sicher diente diese Spezies später auch als Bezugspunkt für die Auswüchse und Blütezeit von Mogwai oder Sigur Rós. The Egg gehen diese Wege weiter. Und landeten durch Modifizierungen ihres Sounds sogar auf einigen Chill-Compilations, deren weite Verbreitung und Vermarktung ihnen jetzt sogar wieder einen neuen Plattenvertrag eingebracht hat. Denn lange Zeit war es still um das Brüderpaar Ned und Maff Scott aus Oxford gewesen.

Trotz ihrer spektakulären Live-Performances und ihrer breiten Fan-Basis, zu der auch Radiohead und Supergrass zählen. Sicher ist es kein Zufall, dass plötzlich wieder das kollektive Erinnerungsvermögen einsetzt, denn dieser Sound hat seine Wurzeln eigentlich tief in den 80ern (The Church, Cocteau Twins, Manchester). Psychedelisch schimmernde Sound-Eruptionen, tief melancholisch in Ansatz und Umsetzung. Auch wenn die Kitschgrenze manchmal empfindlich gestreift wird: Hier dürfen Loner und Träumer noch gnadenlos schmachten. Und warum auch nicht, wir haben doch alle unsere Stunden, in denen wir diese Form der Heilung und des Trostes benötigen. Der Rezensent rät: Nicht mehr als fünf Songs am Stück hören. Anspieltipp: “Venice Beach”.



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