Egoexpress
»Hot Wire My Heart«
[Mute / Emi / VÖ: 05.08.2005 ]
Text:
Henrik Drüner,
Henrik Drüner
Was für eine Entwicklung: Zwei aus der Indierock-Szene kommende Musiker entdecken für sich die Elektronik und veröffentlichen mit \"Foxy\" und \"Bieker\" großartige und auch heute noch sehr schöpferische Platten. Dann die Albumpause, über fünf Jahre. Begehrlichkeiten werden geweckt, denn Mense Reents und Jimi Orgl bleiben als Egoexpress immer im Gespräch, nicht nur durch endloses Touren. Insofern versöhnt \"Hot Wire My Heart\" als ein nächster Schritt. Der zu erwartende? Es sind zehn Tracks, die zwischen \"Aranda\" und \"Links Eine Hand\" durch den 4/4-Takt und die Bassdrum zusammengehalten werden. Konsequent aufdringlich, dick, fordernd.
Mense, wo siehst du Unterschiede im Songwriting zwischen deinen Solosachen und Egoexpress?
Bei mir geht es eher um monotone Rockmusik mit Überschneidungen zur Elektronik, vergleichbar mit Neu!. Der Sound ist ja beinahe Lo-Fi, während Jimi sehr auf Bässe und Feineinstellungen achtet. Egoexpress ist zudem noch elektronischer und technoider. Wir sind zwei Pole auf der Bühne, die wir nutzen, dadurch können wir mehr improvisieren. So sehen die Leute auch, dass live etwas passiert - zumindest mehr als bei einem DJ-Set, wo Tracks abgespielt werden.
Der Reiz von Egoexpress liegt in der Reibung klarer und unsauberer Elemente. \"Hot Wire My Heart\" tendiert stark zur rauen, melodiearmen Seite. Eine bewusste Entscheidung?
Bewusst eigentlich nicht. In der Clubmusik beeinflussen und inspirieren sich die Künstler alle gegenseitig. Der eine reizt eine Idee weiter aus, ein anderer formuliert es subtiler. Die rückwärts gespielten Synthesizer wie bei Alter Egos \"Rocker\" zum Beispiel benutzen momentan sehr viele. Unsere Single \"Knartz IV\" hat zwar nicht dessen Hit-Charakter - aber wir sind fetter!
Also wollt ihr eher Tracks als Songs?
Ja, diesmal hatten wir keine Lust auf ElektroPop-Songwriting. Viele Melodien wurden im Laufe der Produktion gelöscht - und damit auch der Pop-Appeal von früheren Songs wie \"Weiter\". Stattdessen haben wir uns verstärkt in Techno eingearbeitet, was uns gerade aufregender erscheint; vielleicht auch deshalb, weil wir ständig Live-Gigs gespielt haben. Es ist eine abstrakte Herangehensweise mit wenigen Melodien, die für uns aber so Sinn macht. Wenn ich Pop will, höre ich mir lieber eine Beatles- oder Beach-Boys-Platte an.
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