BEWERTEN
 

Orthrelm

»Ov«

[Ipecac / Soulfood / VÖ: 12.07.2005 ]

Text: andreas schnell, andreas schnell

Leute, die bei den Flying Luttenbachers spielen, können wohl nicht ganz dicht sein. Mick Barr zumindest, seit dem Umzug des Ober-Luttenbachers Weasel Walter nach Oakland Gitarrist der Band, macht auch mit seiner Band Orthrelm keine irgendwie normale Musik. Waren frühere Alben Übungen in Sachen “nie einen Teil wiederholen”, findet hier ein Paradigmenwechsel statt: Intensität durch Repetition. Minimalismus calling – aber mit maximaler Härte gespielt. Heavy Metal runtergestrippt auf wenige Elemente – Schlagzeug und Gitarre auf der instrumentalen Ebene, zwei, drei Parts, geringfügig variiert, auf der musikalischen. Mit Präzision in Endlosschleife gesetzte Hochgeschwindigkeitsbreaks erzeugen Flimmern und Schillern.

Töne werden hörbar, die mutmaßlich nie gespielt wurden. Das eine Stück dieses Albums dauert eine Dreiviertelstunde. Ein wenig funktioniert das wie der Ambient-Drone-Rock von Sunn O))): Wir dringen tief in die Ritzen und Verästelungen des schweren Metals ein, nur von einer anderen Seite her. Durch die Verdichtung zentraler Genre-Moleküle führen uns Barr und Schlagzeuger Joshua Blair in die innere Struktur der Musik und generieren das musikalische Pendant zum Flirren der unbewegten Atmosphäre an einem heißen Tag. Eine Aufsehen erregende Synthese aus Metal und Track, Geschwindigkeit und Stagnation, Form und Auflösung. Hat da irgendjemand gesagt, Rock sei am Ende?



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