BEWERTEN
 

Wan Light

»Carmaline«

[Labrador / Broken Silence / VÖ: 13.06.2005 ]

Text: Christian Wessels, Christian Wessels

Krister Svensson und Manne Karnock sind keine Posterboys und auch schon mehrere Male 39 geworden. Dem Kraft raubenden Gezerre in und an Rockbands haben die beiden Stockholmer schon vor einiger Zeit den Rücken gekehrt. Keine Lust mehr auf Eitelkeiten und egomanische Grabenkämpfe, nur noch auf “writing songs”. Auf ihr 2003er-Debüt “Let’s Wake Up Somewhere Else” zauberten sie mit “In The Heart Of Sarah Freeman” auch gleich einen nationalen Sommerhit. “Carmaline” schließt dort an: klassischgroßes Pop-Songwriting, sehr eigenständig umgesetzt, meist entschlackt und auf die Essenz reduziert. Das mag ein mitreißender Kaufhaus-Beat sein, ein verhuschtes Klavier, ein schüchterner Basslauf, eine schmeichelnde Streicherflut oder ein lachender Kinderchor.

Krister Svensson singt dazu desolat bis zerbrechlich und schreit förmlich nach den üblichen Referenz-Verdächtigen, wenn jemand mit brüchig-dünner Stimme nachvollziehbare bis wunderbare Melodien in einen ansprechend instrumentierten Kontext hineinflötet: Mercury Rev, Flaming Lips, Grandaddy ... Das trifft es, aber doch nicht so richtig. Wan Light sind weniger Epigonen, eher eine formalisierte Quersumme: “I wish that we were waterfalls.”



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