BEWERTEN
 

Sons And Daughters

»The Repulsion Box«

[Domino / Rough Trade / VÖ: 27.06.2005 ]

Text: Christian Wessels, Christian Wessels

Als Sons And Daughters vergangenes Jahr nach ihrem Auftritt im Kölner Underground die Bühne verließen, hatten sich die Mitglieder herzhaft in den Haaren. Die Schotten mit dem Bob-Dylan-Namen wirkten latent ausgelaugt, genervt. Monate zuvor hatten sie den Kollegen Steinbrink in London noch restlos überzeugt, nun machte er sich Sorgen. Von Franz Ferdinands Alex Kapranos zur Lieblingsband erklärt, betourten sie mit ihrer Debüt-EP “The Love Cup” die ganze Welt und liefen Gefahr, ihr zartes Pflänzchen zu verschleißen. Mit einiger Verzögerung erscheint nun auch das erste Album des Quartetts aus Glasgow – aufgenommen in den Kölner Plank-Studios, produziert von Victor Van Vugt (Nick Cave, PJ Harvey).

Überraschungen gibt es keine, Enttäuschungen auch nicht: Eingebettet in einen wilden Mix aus schottischer und amerikanischer Folkmusik, aus Blues, Country und Rock’n’Roll, teilen sich Adele Bethel und Gitarrist Scott Paterson die Vocals: Girl/Boy-Gesang in einem weitestgehend stylefreien, sehr transparenten Kontext. Prototypisch ist die erste Single “Dance Me In”. Zu einem ungehobelten Gitarrenriff werden shantieske Ohs und Ahs geschleudert, wird die Bassdrum durchgetreten, die Snare unaufhörlich zugewirbelt. Grob poliert und euphorisch hakt man sich ein, schmeißt Beine in die Luft und tanzt am Abgrund. In jeder Hinsicht.



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