BEWERTEN
 

She-Raw

»Beauty & The Beats«

[Main-Theme / Sony BMG / VÖ: 20.06.2005 ]

Text: Vina Yun, Vina Yun

Comic-Superheldinnen haben schon des Öfteren als Namensgeberinnen und Image-Vorbild für verschiedene female MCs gedient – siehe etwa Jean Grae. Auch die US-deutsche Sängerin/Rapperin Amanda Murray hat sich in Anlehnung an die (wohl wenig bekannte) Cousine von He-Man aus “Masters Of The Universe” den klingenden Namen She-Raw verpasst. Und weil nach dem Eigennamen der lokale Kontext entscheidet, stößt man im CD-Booklet gleich mal auf die Comic-Style-getrimmte Siegessäule – so viel Hauptstadt muss dann eigentlich auch nicht sein. She-Raw reimt allerdings vorwiegend auf Englisch, die deutschsprachigen Vocal-Parts überlässt sie meist ihren männlichen MC-Kollegen wie Serk oder Akte One, wenngleich diese weder inhaltlich noch rhymetechnisch wirklich viel zu melden haben.

She-Raws superakzentuierter Flow hinterlässt ob seines hohen energetischen Levels bleibenden Eindruck. Gepaart mit den ziemlich soulig daherkommenden Melodien, die ebenfalls von She-Raw eingesungen werden, ringt das Debüt der erst 22-jährigen Berlinerin erst mal ordentlich Respekt ab. Und, ja, dass mit jeder neuen HipHop-Künstlerin das Kapitel “female MCs” neu geschrieben werden soll (und damit ständig eine gewisse Geschichtslosigkeit suggeriert wird), wie es manche auch im Falle She-Raws nahe legen wollen, damit müssen wir uns wohl weiterhin herumschlagen.



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