BEWERTEN
 

Recloose

»Hiatus On The Horizon«

[Peacefrog / Rough Trade / VÖ 25.7. / VÖ: 25.07.2005 ]

Text: Julian Weber, Julian Weber

Recloose hat seinerzeit ein absolutes Understatement-DJ-Set hingelegt, vor einem Dienstagnachtpublikum in St. Paulis Tanzhalle. Die paar Unentwegten wurden kräftig zum Lächeln gebracht. Nicht nur deshalb konnte man von Matthew Chicoine mehr erwarten. Die Maxis auf Planet E in angenehmer Erinnerung, wurde sein Umzug von Detroit nach Neuseeland vermeldet. Noch zurückgezogener also? Ist Zurückgezogen das neue Öffentlich im Deephouse? Man glaubt’s fast, wo auch Osunlade von New York nach Puerto Rico gegangen ist. “Hiatus On The Horizon” startet aber selbstbewusst durch mit “Landed”, einem so spröden wie schnurgeraden Vocaltrack, wie man ihn von Markus Nicolai vermuten würde.

Aber Recloose? Nimmt weiter Kurs auf esoterisch, slicke Gefilde, mit noch mehr Vocals, mit R’n’B-Vibe, Gitarrenlicks, Synthiebläsern, zwischendurch Downbeats, sogar Ska! Das könnte Fans von Sylk 130 erfreuen. Man möchte Recloose die Abkehr von den Selbstbeschränkungen der angeblich so “insularen Detroiter Deephouse-Szene” (Info) auch gar nicht ausreden. Aber unterm Strich ist “Hiatus On The Horizon” nur eine friedlich groovende, ein bisschen zu dick frisierte Schnittmenge aus Sommerplatte und Gemischtwarenladen. Die himmlischen Waffen der Weirdness und das echte Konzept lässt er aber vermissen, wenngleich einzelnen Tracks wie eben “Landed” eine längere Halbwertszeit beschieden sein dürfte.



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