BEWERTEN
 

Carsten Meyer

»Keil Stouncil À Paris«

[Staatsakt / Indigo]

Text: Dirk Böhme, Dirk Böhme

Anders als der jüngste Quatsch-trifft-Ambient-Hit seines International-Pony-Kumpels DJ Koze bezaubert jetzt Carsten Meyer, als Erobique hauptberuflicher Discoteer-in-allen-Gassen, nicht nur Pop-Connaisseure mit dieser unaufdringlichen, ganz und gar wundervollen Instrumentalplatte. Das Cover erinnert an “Der Kleine Prinz”, und ähnlich Saint-Exupérys kindlichem Entdecker stolpert Meyers Held Keil Stouncil (dieser Name!) in 17 teils nur skizzierten, kunstvoll verknüpften Etappen staunend durch die (Musik-) Welt. Ob er nun “Mit Lupus Durch Den Wald” spaziert oder furchtsam ein düsteres “Sanatorium” entdeckt – bei aller konzeptionellen Stringenz wirkt die Platte immer leicht, feinsinnig und auf sehr spannende Art entspannend. Uns Reisebegleitern huschen dabei ständig musikalische Assoziationen durch die Synapsen: Die einen entdecken Morricone, Debussy, Eno, in meinem Fall waren es die Beach Boys, “Peter Und Der Wolf”, Air (in “Nach Dem Langen Flug”), Henry Mancini, Lawrence und Langnese-Honig-Werbung aus den 70ern.

“Keil Stouncil À Paris” funktioniert gleichermaßen als Soundtrack fürs Sonntagnachmittags-Relaxarium und als euphorisierender, ganz spezieller Pop/Soul-Entwurf. Ich hätte so was hierzulande nicht für möglich gehalten. Immer und immer wieder möchte man das hören. Keil Stouncil wird bleiben.



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