BEWERTEN
 

Limp Bizkit

»The Unquestionable Truth (Part 1)«

[Geffen / Sony BMG / VÖ: 02.05.2005 ]

Text: Niels Kleimann, Niels Kleimann

Goodbye Ruhm, welcome Untergrund. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die CDU gewinnt die Wahl in NRW, und ich bin begeistert von einer Limp-Bizkit-Platte. Fragt sich nur, was erschreckender ist. Eigentlich hatte ich Mr. Durst schon abgeschrieben. Zu massiv wurde seine Person in den Medien verbraten, und er selbst schien bei dem ganzen Rummel so abgehoben, kritischen Stimmen gar keine Beachtung mehr zu verleihen. Als Wes Borland damals die Band verließ, sah es dann so aus, als wäre das Schicksal von Limp Bizkit besiegelt. Dass jener Borland nun wieder an Bord ist, muss man daher als positive Wendung verstehen, denn die Platte ist wie gesagt gut.

Die Texte erzeugen sogar den Eindruck, Mr. Durst habe sich mal grundlegende Gedanken über die Welt gemacht. Er präsentiert interessante Gedanken zu dem System USA, den Medien und seiner Familie. Und man nimmt ihm die neu gewonnene Ernsthaftigkeit tatsächlich ab. Aber nicht nur die Texte bieten Reibungsfläche, sondern auch deren musikalische Umsetzung. Überzogene Melodien, Effekt heischende Hooklines und vor allem die Cheesiness der alten Bizkits sucht man vergebens. Borland mischt seinen eigenen, düsteren Sound, der durch harte Breaks und Stakkato-Riffs eher an alte Rage-Against-The-Machine-Alben erinnert als an frühe LB-Erzeugnisse. Ein gewagtes Album ist so entstanden – aber ein frisches, überraschendes dazu. Da kann man schon mal den Hut vor ziehen.



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