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Peter Grummich

»Switch Off The Soap Opera«

[Shitkatapult / Kompakt / VÖ: 20.06.2005 ]

Text: Hendrik Kröz, Hendrik Kröz

Vorsicht, da kommt Grummich! Eine optische Konstante im Clubleben von Berlin: Gerade will man nach Hause gehen, da kurvt einer um die Ecke, mit Skateboard und dem gewissen Blick – in der Tasche bestimmt ‘ne neue Testpressung, die er dem DJ auf den Plattenteller knallen will. Grummich ist Spätaufsteher – und Vielveröffentlicher: Die Labels Kompakt, Sender und Auftrieb haben ihn schon lange im Programm. Neulich biss auch Detroit an, wo Peter Grummich eine Maxi für das Spectral-Label abgeliefert hat. Jetzt also mit “Switch Off The Soap Opera” ein Album für Shitkatapult, und auch dort ist Grummich bereits nach ein paar Takten zu Hause: Stur, repetitiv, klassisch geht es zu Werke – irgendwie grummich halt.

Wie so oft zelebriert er ein Fest für die Bassmembran und liefert eins a Stoff für Leute, die das schräge Getümmel in der Afterhour lieben. Exakt da passt die Platte hin – und will/darf Stunden früher auch gar nicht gespielt werden. Zwar gibt es Vocals, aber wenn, dann nur in geschredderter Form. Auch Bread&Butter, die Berliner Trendmodemesse, kriegt vom gleichnamigen Stück einen Cocktail aufs gebügelte Hemd gekippt. Man kommt nicht drumrum, es anzumerken: Hier geht es natürlich auch um Drogen. Die knapp gehaltenen, manchmal ziemlich dreckigen Sounds kicken, und sie sind hypnotisch, sehr sogar – könnte es vielleicht sein, dass sie sich unter Einwirkung der geeigneten Substanz beim Tanzen in üppige Blumengärten verwandeln? Doch mal halblang, denn es geht auch ohne: bei “Alien Radio Duststar” und “Awaking Naked”, den ruhigen Stücken gegen Ende. Da fliegen Wolken wie zerlumpte Engel über die schlafende Stadt. So etwas Schönes hätte man Grummich, dem kompromisslosen Rocker, gar nicht zugetraut.



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