BEWERTEN
 

Dredg

»Catch Without Arms«

[Motor / Universal / VÖ: 27.06.2005 ]

Text: Till Stoppenhagen, Till Stoppenhagen

Von den anstrengenden Experimenten und kreativen Grenzerfahrungen ihrer Anfangstage haben sich Dredg mit “Catch Without Arms” offenbar endgültig verabschiedet. Auf ihrem dritten Album führen die vier Progger aus der San Francisco Bay Area das fort, was sie auf ihrem letzten Album “El Cielo” bereits angefangen hatten: mehr Gefühl, weniger Gefrickel. Auch “Catch Without Arms” bietet vielschichtige Songs mit verschwenderischen Harmonien und gigantischen Bombastkulissen und rockt manchmal auch mal richtig ab. Die einzelnen Teile sind so stimmig zusammengefügt, dass das Album auch bei schnellen Takt- und Tempowechseln nicht anfängt zu nerven.

Doch so ganz leicht konsumierbar ist dieses Album nicht, dafür erfordert es zu viel Aufmerksamkeit – nur, um dem Verdacht der Seichtigkeit vorzubeugen. Was allerdings sauer aufstoßen könnte, wäre, dass Dredg auf der Suche nach der perfekten Verbindung von muckermäßiger Könner-Show und maximaler Eingängigkeit gelegentlich an der Grenze zum 70er-Superrock à la Asia, Boston und so weiter kratzen – besonders, wenn man bedenkt, dass dieser Haufen Monomanen nichts ernster nimmt als die eigene Musik und Ironie bestenfalls aus dem Wörterbuch kennt. Die gängigen Definitionen von Kitschigkeit sollte man für eine Weile vergessen, um dieses Album überhaupt an sich heranzulassen. Es lohnt sich.



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