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Death From Above 1979

»You're A Woman, I'm A Machine«

[679 Recordings / Warner Music / VÖ: 12.09.2007 ]

Text: Carsten Schumacher, Carsten Schumacher

Bretter schepper deng deng deng. Elefanten im Wohnzimmer? Can do. Uh! Libidinöser Disco-Punk mit einer derben Note sleazy Hedonismus. Fett. Abgetropft. Bass und Schlagzeug, diese beiden. Gemeinhin heißen sie Rhythmus-Einheit und begleiten im Hintergrund unterstützend, was die Lead-Instrumente wie Piano oder Gitarre in einer farbenfrohen Kaskade der Melodieführung hervorzaubern. Habt ihr euch mal gefragt, wovon Bass und Schlagzeug nachts träumen? Jesse F Keeler und Sebastian Grainger haben sich das aber gefragt. Heimlich haben sie die beiden Instrumente losgekettet, entfesselt. Nun, wir wissen, was Urlaub In Polen tun, wo sich die Sluts Of Trust bewegen oder welchen Fame Lightning Bolt vor sich herschieben.

Duos, mag man denken, pah, nach den White Stripes sind wir mit dieser Materie vertraut. Doch bei Death From Above 1979 gewinnt dieser Sound eine neue Form von Dringlichkeit. Hatten Motörhead doch damals auch, mögen einige denken. Gut, aber das waren zum einen immer mindestens drei, zum anderen waren diese drei nur unter Schmerzen betanzbar. DFA 1979 sind dagegen wie ein funky Verkehrsunfall mit reichlich Lust an der Zerstörung zum Mitwippen. Metal wird hier auch gerne ins Spiel gebracht, immerhin hat die Band schon vor Anthrax gespielt. Gewagtes Unterfangen, aber hierzu passt die Geschichte, wie die Band zu ihrem Namen kam, bzw. ihren zunächst straighteren Namen Death From Above per Prozess an das gleichnamige Label verlor. Als Antwort stand dann nämlich auf ihrer Website: \"Fuck dfa records fuck James Murphy we declare jihad on them holy war ending in their death and dismemberment... James Murphy is a selfish piece of fuck that will burn in the flames of a specially dedicated rock and roll jihad. If I had the resources I would fly a plane into his skull.\" Toll, was? Very Metal, allein dieser Sinn für Dramatik. Dazu passt auch ihre Selbstdarstellung mit Rüsseln im Gesicht. Eine Fusion aus Punk und Metal – nichts ist zu peinlich. Und trotzdem werden bei ihrem Sound keine weiteren Fragen mehr gestellt. Wer will auch schon groß fragen, wenn ein Elefant im Wohnzimmer turnt? Rettet das Meissner! Das wendige Zweier-Team aus Montreal weiß mit geringen Mitteln größtmögliche Wucht zu erzeugen. Da peitscht auch mal ein Crash-Becken alles weg, da wummst der Bass wie im Flipper zwischen John Travolta und Tony Iommi. Bloc Party fühlten sich unendlich geehrt, als DFA 1979 auf einer der Single-B-Seiten zu ihrem in den USA längst erschienenen zweiten Album \"You're A Woman, I'm A Machine\" den BP-Song \"Luno\" coverten. Jetzt wissen wir endlich, warum.



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