BEWERTEN
 

Billy Corgan

»The Future Embrace«

[Warner / VÖ: 20.06.2005 ]

Text: Sven Kister, Sven Kister

&
Audioslave
Out Of Exile
Universal

Ist Billy Corgan vielleicht ein neuer Frank Black oder Bob Mould? Also eine überkreative Seele, die vor vielen Jahren eine ungeheuer prägende Band betrieb und deren verzehrendes Ende sie nicht daran hindern kann, immer weiter Ideen, Songs und Emotionen auszubrüten. Und nach einigen bandmäßigen Irrungen (Zwan!) findet Billy sich nun zwangsläufig komplett solo wieder. Denn es gibt nach all der Zeit keinen Platz mehr für Gruppen-Kompromisse in der eigenen Kunst. Und wenn er bisschen Band-Nostalgie benötigt, kann er ja immer noch mit seinem getreuen Kumpel Jimmy Chamberlain abhängen, der ihn am Anfang und Ende der Pumpkins genau wie bei Zwan und auf dieser Platte hier am Schlagzeug unterstützt hat.

Und was soll man sagen zu diesem Solo-Debüt? Es beinhaltet viel von der brachialen Opulenz und tricky Genialität seiner Bandtage, nichts muss man missen, höchstens die dramatische Melodieseligkeit in der Gitarrenwand, die auf \"Adore\" so außerordentlich daherkam. Allerdings geht Billy auch über sein perfektes Zeremonienmeistertum der Alternative-Rock-Oper hinaus und scheut nicht den Weg der Innerlichkeit, die einem Solo-Debüt ja auch angemessen ist. \"All Things Change\" und \"Walking Shade\" sind dabei Glanzlichter. Aber ganz traut er diesem Weg ins Dunkle und Stille noch nicht. In einigen Songs wirkt der Blick auf Corgan etwas verstellt durch all die Effekte und Gesten. Wenn er beim nächsten Album sich hier noch mehr ins Lonely-Songwriter-Wunderland wagt, dann gelingt ihm vielleicht der ganz große Wurf. Von dem sind Audioslave auch mit ihrem zweiten Album noch weit entfernt. Das Interesse an ihnen scheint ungebrochen, aber musikalisch kommt man nicht über ein professionelles aber letztlich doch unspektakuläres Blabla nicht hinaus. Textlich muss man es schon als enttäuschend ansehen, dass Chris Cornell sich anscheinend überhaupt nicht auf das politische Erbe seiner Backing-Band einlassen möchte. Sicherlich versanden nicht alle Songs in einem nickelback'schen Middle-Of-The-Road-Gewitter-Gestus, einige haben durchaus jene Qualitäten von zurückgenommenem klaren Rhythmus und griffigem Songwriting wie einige der letzten Chili-Peppers-Hits. Aber darauf beschränken sich die Highlights (mal abgesehen natürlich von der Stimme Cornells) und das ist für eine derartige Supergroup einfach zu wenig - zumal der Titeltrack und \"Doesn't Remind Me\" sehr offensichtliche Füller darstellen. Schade.

Aufgepasst! Wir verlosen 5x Billy Corgan - 'Walking Shade' als Special DVD Edition mit Videoclip + Interviews (nicht im Handel erhältlich!). Schickt dazu eine Email an verlosung@intro.de mit dem Betreff 'Bily Corgan DVD'



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