Tanzen
»mit Markus Tomsche und Thomas Venker«
Text: Autor unbekannt
Audio Bullys feat. Nancy Sinatra \"Baby Shot Me Down\" (Source / Labels Germany) - Sommer, Sonne, Staubalarm. Pupillen, die sich selbst in der allergrößten Mittagshitze nicht mehr schließen wollen. Trotz klaren Zielpublikums wirkt das Ganze irgendwie unentschlossen. Laut Infosheet \"approved by\" Frau Sinatra höchstpersönlich ...
Drama Society feat. Turner \"Crescendo\" (Fine / Four / Sony) - Über das Original und den Gesang sehen wir jetzt einfach mal hinweg. Das Instrumental des 80er-Jahre-Computerspiel-Tracks auf der B allerdings geht richtig nach vorne. Angriff auf die Weltraummonster! Der Hammer dann die B2, der Alex-Smoke-Remix.
Luci \"Paléotronique EP\" (Mutek / Kompakt) - Mutek, Montreal, alles klar. Guillaume Dumont, eine Hälfte von Egg und David Fafard, der von Haus aus eigentlich Visuals macht. Die A2 angenehm verspielt, die B mit Offbeat. Trotzdem bricht die Platte einfach nicht komplett durch.
Dakar & Grinser \"25 Reptile\" (Disko B) - Dakar & Grinser sind wieder da! Nach der Auflösung aufgrund des Erfolgs von \"Stay With Me\" und Umzug nach Berlin soll im Herbst nun ein ganzes Album folgen. \"25 Reptile\" als Vorgeschmack ist ein richtig dunkler Rocker, Angstpop lässt grüßen. Auf der B gibt's einen coolen und noch viel dunkleren Pink-Elln-Remix. Obendrauf dann noch ein Remix unter dem Pseudonym Yes We Are von D&G höchstpersönlich. Runde Sache.
Markus Güntner feat. Rich \"Everybody\" (Spring / Word And Sound) - Markus \"Ambient\" Güntners erste Kollaboration mit dem Regensburger Rapper Rich im Mathias-Schaffhäuser- und Hartmut-\"Blaue Löwen\"-Wessling-Edit. Das hier ist Oldschool-HipHouse allererster Sahne. Um es mit den Jungle Brothers von damals zu sagen: \"House music all night long!\" Der Electric-Indigo-Remix auf der B - ein reiner Trip. B2 dann noch ein Stück von Güntner feat. Rich, ohne Rap allerdings und angelehnt eher an seine House-Veröffentlichungen auf Ware. Sehr schön moody.
Alexander Kowalski \"With Funk D'Void & Joris Voorn\" (Kanzleramt / Neuton / MDM) - Kowalskis erster Track in Zusammenarbeit mit Funk D'Void ist ein ganz großes Teil. Fritz Kalkbrenner singt, als wäre er auf Felix Da Housecats \"By Dawns Early Light\" hängen geblieben. Ähnelt auch frühen Madkatt-Courtship-Sachen oder auch Slam feat. Tyrone Palmer. Die Kollaboration mit Joris Voorn macht einfach nur glücklich. Female Vocals und eine Großraumkompatibilität wie einst bei Nervous Records' \"Can't Stop Dancing\" von den Late Boyz. Maxi des Monats.
Diverse \"Italian EP Remixed\" (Relish) - Wir müssen es leider zugeben: Wir kennen die Originale nicht. Die Remix-EP aber macht richtig Spaß. Italien wie aus dem Bilderbuch. Ajellos \"Harlem USA\" im David-Gilmour-Girls-Remix ist ein poppig-verquerer Starter. Diese Gitarre - funky und zugleich so erdig. Franz & Shapes \"Countach\" im Linus-Loves-Remix ist ganz einfach moderne Italo Disco, freundlich und bunt. Nemesis'
\"Cosmica\" im Lindstrøm&Prins-Thomas-Remix ist dann in Epik und Sound der reinste Cerrone-Track. Groß, schwer und leicht zugleich. Und du wartest und wartest und wartest auf den Gesangseinsatz: \"Supernature ...\", aber leider vergeblich.
Kaos \"Now And Forever\" (!K7 / Rough Trade) - Das Original macht in seiner Indie-Schrammeligkeit an Vredus denken, ohne aber auch nur im Entferntesten an dessen Melodiewahnsinn heranzureichen. Der Optimo-Remix entschlackt den Track und macht so auch seine Abgedrehtheit ersichtlicher, geht im selben Moment aber stilsicher nach vorne und dürfte auf so mancher Veranstaltung eventuelle Lücken zwischen Fischerspooner und den Chicks On Speed füllen. Die B schließt auch Lücken: \"Feel Like I Feel\" im The-Glimmers-Remix lässt dich gemütlich mitwippen, um dann schließlich nahezu unmerklich zuzupacken. Die entspannte Euphorie bleibt. Understatement rules.
Princess Superstar \"Coochie Coo\" (!K7 / Rough Trade) - Princess Superstar halt. Neben dem Original die A-cappella-Version. Der Whitey-Remix auf der B geht klar, hart und laut nach vorne. Volga Select / Joakim \"Transe / Teenage Kiss\" (Kitsuné / Intergroove) - Split-EP auf Kitsuné. Volga Select sind Marc Collin von Nouvelle Vage und Ivan Smagghe of Radio-Nova-Fame, der Mann hinter Blackstrobe. \"Transe\" allerdings enttäuscht. Lustige Spielzeugpistolenfeuersounds, aber nichtsdestotrotz nicht mehr als noch ein weiterer Electrotrack. Die B ist auch mehr oder weniger lustig: \"Teenage Kiss\" ist ein nettes Joakim-Stück, Electro-Bleep&Clonk, in zwei Versionen vertreten. Kein Must-Have.
DJ T. \"Boogie Playground\" (Get Physical Music / Intergroove) - DJ T. ist Thomas Koch. Und jener kein unbeschriebenes Blatt. Koch hat 1989 das Groove-Magazin gegründet und bis zum Verkauf des Blattes Ende letzten Jahres als Herausgeber fungiert. Daneben hat er praktisch schon immer aufgelegt und unter anderem zusammen mit den Booka-Shade-Jungs vor zwei Jahren Get Physical Music gegründet. Seit fünf Jahren nun produziert er auch eigene Stücke, und \"Boogie Playground\" ist sein Debütalbum, eine Reminiszenz an seine musikalische Sozialisation mit der Erfahrung von heute. Da ist drin: ganz klassischer Techno und House, ob nun Chicago oder Detroit, Breakdance, New Beat, Italo, Electro, Funk und so weiter und so fort. Eine spannende, anregende und schöne Zeitreise durch das ganz persönliche Universum Herrn Thomas Kochs.
DJ Koze a.k.a. Monaco Schranze / Gebr. Teichmann \"Der Jäger Von St. Georg / Dance And More\" (Kompakt Extra / Kompakt) - Speicher, die 25. Wenn Koze zu Beginn seines Tracks ankündigt, er drehe \"hier gleich dermaßen den Bass rein, dass sich die Weiber vor Angst in die Hose kacken\", dann mag man davon halten, was man will - aber anscheinend bringt es für die Beteiligten ihr Clubmonster auf den Punkt. Die Herren Teichmann auf der B schrammeln ihre Gitarren nach vorne, dass es nur so kracht - Melancholie galore. Zweifelsfrei geil.
The Voices \"Street Commander\" (Seed / Plant Music / Groove Attack) - Ein Basslauf, der dich sonst wohin mitnimmt, dann diese versöhnlichen Gitarren, Wärme, eine leise Traurigkeit und über allem eine zarte Erinnerung an alte New-Wave-Zeiten. Erinnert sich noch jemand an die Op:l Bastards? Diese abgedrehten Finnen, die in einer besseren Welt zig Nummer-1-Hits gehabt hätten? Der Stretch-Armstrong-Remix des Titeltracks auf der B nimmt dem Stück die Zartheit und hebt es in den großen weiten Op:l-Bastards-Groovehimmel. Zum Versinken und Erheben toll.
Ferenc \"Fraximal\" (Kompakt) - Das Debütalbum des Menschen, der uns \"Yes, Sir, I Can Hardcore\" geschenkt hat, zeigt ihn von seiner entspannten Seite. Ferenc schwankt irgendwo zwischen den unaufgeregteren Sachen der Shades Of Rhythm (\"Summer Of 89\", das letzte Stück auf deren erstem Album, findet geradezu seine Entsprechung in \"Acidorro\", dem letzten Stück auf \"Fraximal\") und der grazilen, in Melancholie versunkenen Schönheit der \"Acid Eiffel EP\" von Laurent Garnier. Muss man haben. Approved sogar von unseren Eltern (!).
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