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»lifted by Boskamp & Welz / feat. Karsten John (Vinyl Vibes)«
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Boskamp & Welz / feat. Karsten John (Vin,
Boskamp & Welz / feat. Karsten John (Vin
Werte wachsende Zielgruppe, im Zuge der Freestyle-Frühjahrsoffensive haben wir heute einen passenden Kolumnengast an Bord des Fahrstuhls eures Vertrauens. Köln’s very own Karsten John, Betreiber der kultigen Vinyl-Vibes-Nächte und seit kurzem mit eigenem Vinyllabel gleichen Namens unterwegs in den Playlists der globalen Jazz-Mafia (wir sagen nur: Ye:Solàr ...). Als KJ gibt der viel beschäftigte Plattenleger im Folgenden bei einigen Scheiben seinen funky Wortsenf dazu und stellt obendrein ganz unten bei den Maxis seine beiden neuesten Vinyl-Vibes-Releases vor, die ihr schon morgen bei Gilles Peterson’s “Worldwide Radioshow” hören könnt, oder im kuscheligen Club eures Vertrauens.
Des Weiteren drohen wir hiermit offiziell für den Spätsommer den zweiten Teil unserer geliebten kleinen
“Sexy Elevator Muzak”-CD-Compilationserie an: Die
“Bassment Sessions” (wir fahren also deeper, nicht höher) sind gerade in der Mache, und ihr könnt euch via www.sexyelevatormuzak.de über den Stand der Dinge informieren. Das wird ein großer Spaß! Jetzt aber schnell zu den Artist-Alben der Kollegen, der Platz ist wie immer knapp.
The Quantic Soul Orchestra “Pushin On” (TruThoughts / Groove Attack) – W: Mr. Ouantic, der talentierte DJ-Mixmaster. Schön, dass es auch heute noch echte Rare-Groove-Alben gibt. Mit der besten Cover-Version zu “Feeling Good” von Nina Simone. B: Will Holland ist sehr nett, sehr jung und sehr begabt. Aber ich mag den Soul-Orchestra-Ansatz nicht so gerne wie die regulären Quantic-Alben. Mir ein bisschen zu betont retro. Alice Russell ist natürlich wie immer grandios. KJ: Nicht durchgängig genial, aber mit ein paar echten Highlights. Allein für “Feeling Good” und “Pushin On” gehört diese Platte in jeden Plattenschrank.
The Funky Lowlives “Somewhere Else Is Here” (Modernsoul / Soulfood) – Allerhöchstwahrscheinlich haben die Funky Lowlives neulich ganz lange mit der Thievery Corporation telefoniert oder so. Wie sonst ist es zu erklären, dass, ähnlich wie auf “The Cosmic Game”, dem ursprünglich üblichen Bossa- und Latin-Gestyle so gut wie abgeschworen wurde? Zu Gunsten von solch wundersamen Dingen wie Psychedelic-Elementen, Rock-Songwriting und opiumgeschwängerten Texten über das Innere der Sonne oder das Älterwerden? Dieses Werk wächst nach anfänglicher Skepsis mit jedem Hören zu einem großen, sehr weichen Sprungtuch.
Bebel Gilberto “Remixed” (Crammed / V2 / Rough Trade) – B: Tochter mit großem Namen, immer ein bisschen sehr das Klischee vom kuscheligen Bossa erfüllend, finde ich. Sind aber diesmal gute Remixer am Start. Oder? W: Nun ja, kuschelt doch arg mit der Brigitte-Klientel. Als Remixer Must-Haves wie Yam Who?, Thievery oder DJ Spinna. Mir gefallen Nuspirit Helsinki und Spiritual South. KJ: In dem Elevator möchte ich nicht stecken bleiben. Illustre Remixerschar, aber letztlich alles etwas fad, nicht zuletzt wegen der sehr schmusigen Vocals. Erfreuliche Ausnahme: Spiritual South.
Grand Pianoramax “Grand Pianoramax” (Obliqsound / Alive) – Der Schweizer Leo Tardin spielt das große Piano, Rhodes und diverse Moogs. Damit hat er auch schon mal das Jazzfestival in Montreux für sich entschieden. In NY hat das unter anderem Drummer Jojo Mayer beeindruckt, und so entstand dieses illustre Projekt – unter Zuhilfenahme einiger Studioeffekte. Das bedeutet: ganz großer Jazz-Bahnhof rund um das Tasteninstrument in Schwarz und Weiß. Beeindruckend auch – neben der schick reduzierten Wesentlichkeit – der mitgelieferte Nuspirit-Helsinki-Remix zu
“Starlite”.
Teddy Rok Seven “Universal Four” (Jupiter / Soulfood) – B: Bin sehr erstaunt über dieses Jupiter-Imprint aus Finnland. Das ist großartiges Soulfood, was die raushauen. W: Mit der Soul-Jazz-Hymne “Feel” hat Teddy einen Edelstein für die Klassiker-Vitrine. KJ: Diese Platte bestätigt mal wieder, dass einige der talentiertesten Produzenten der aktuellen Leftfield-Szene aus den skandinavischen Ländern kommen. Klasse Tunes, sehr relaxt, gut produziert. Zwei Daumen hoch!
Eddy meets Yannah “Just Like ...” (Compost / Groove Attack) – W: Aus Zagreb für den Rest der Welt. Mit den Vocals von Yannah und gehörigem Pop-Appeal greift Eddy (von Eddy & Dus) tief in die melodiöse Kiste, und heraus purzeln massig Hooklines, die dreimal
“Pop” rufen, bevor verwandte Kollegen wie Minus 8 auch nur einmal
“eklektisch” sagen können. Leider nicht immer frei von Klischees. KJ: Entspannte Vibes, schöne Tracks, stellenweise vielleicht etwas zu nett.
Weathertunes “Summer” (Jubilee / SIB) – B: Und da ist er schon. Sehr unprätentiös und äußerst entspannt. Etwas sehr esoterisch manchmal. Sind Brüder, einer von beiden ist der Mann hinter Lemongrass. W: Roland Voss, der Musikmaniac. Fast zeitgleich ist er als Jasmon auf Nayla-Music, und hier fabriziert er die Tunes für den Sommer. Erstaunlicherweise geht die Qualität trotzdem nicht baden. Streckenweise erinnert mich ihr Downbeat an das traumhafte Urbs-Album auf G-Stone (z. B.
“La Vie”).
Raw Artistic Soul “What About Love” (GoGo Music / Soulfood) – Das Worldbeat-Kollektiv um den extrem umtriebigen Produzenten/Percussionisten Phil Kullmann legt jetzt endlich offiziell den Longplayer vor, der in Fachkreisen schon länger unter der Hand kursierte. Kein Wunder: Jede Note der 14 Songs transformiert das geistige Erbe von global inspirierten Dons wie Chico Science oder Fela Kuti ins 21. Jahrhundert und lässt dabei selbst vergleichbare Großmeister des Genres wie etwa Masters At Work erstaunlich blass aussehen. Afrobeats, Latin, House und zwingender Funk gehen hier mit der enormen Vokalabteilung eine sehr kredibile Ehe ein, bei der Seele und Hintern gleichzeitig gefordert sind.
Compilation des Monats:
Diverse “Funky Plüsch – Fly Me To The Moon” (Labrec / Edel) – Wenn sich ein DJ “Gärtner Der Lüste”“Fly Me To The Moon”-Blueprint gilt deshalb: all killers, no fillers. Und sehr romantisch ist er obendrein, dieser Plüsch.
Karsten John Vinyl Vibes Top 5
1. Jorge Graf“Discandombe – Gerardo Frisina Remix”
2. Trevor Lovey “Sambooka”
3. Protassov “Brain In Dub”
4. Tiki Two “The Best Is Yet To Come”
5. Ed Eustace “Ménage À Trois”
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