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»Unterwegs Mit Mother Earth«
[Staatsakt / Indigo]
Text:
Alexander Lazarek,
Alexander Lazarek
Die Platte nach der Debüt-Hysterie – der Fan fragt da schnell: Was kann kommen, wie führen die den Wahnsinn weiter? Genau so, nur anders natürlich, wie auch sonst. “Wir wollen keine Faker, wir wollen echte Popper sein”, bekannten Maurice, Pimpie und Gunter auf “Das (Herz) War Nihilismus” und verschieben beim Zweitwerk folgerichtig einfach ein paar Parameter in Richtung Hit: reichlich Pophooks, mehr funky Gitarren (oh, so viel mehr!), weniger Aggro-Raserei und Elektrobrett, schnellere Bassfingerchen, mehr geiler Groove für alle, gerne auch mal Singen statt Shouten. Auf der Türen-Peitsche sitzen jetzt ein paar Diamanten und funkelndes Schmuckzeug mehr, das heißt aber noch lange nicht, dass da nichts mehr knallt.
Nein, Die Türen knallen dich hervorragend aus dem Sessel auf den Floor, wo Kreislaufkollaps, Filmrisse und sexy Blicke getauscht werden, besser, ausgefeilter und lässiger als vorher. Siehe
“Der Aquaplan” oder
“Ich Touch Me”, die Songs vom Debüt, die einen nicht gleich plattwalzten oder eincroonten. Croonen ist auf
“Mother Earth” leider ein bisschen passé, Mädchen meiner Träume, aber ansonsten ist der Trademark-Sound immer noch aus dem fantastischsten Krams zusammengepoltert: Nachtleben, Lasersounds, Effekt-Albereien, Gegniedel, die stürmischen 80er, Gebimmel, Falsett, Vocoder und knallender Dank an den Punk für Pogo, Haarspray, Freak-out und Leben in der U-Bahn. So fett, voll und cut-up das erst mal klingt: Hier sind Referenzgewimmel (nur zwei Namen: Fehlfarben und Prince) und Highspeed-Übersprungsdenke (
“Leben ist superschön, Liebe ist superschön, Gedanken ist superschön, Elefanten ist superschön”) kein vernerdeter Fallenstellerkappes, sondern zackig bollernde Vollwonne. Hysterisches Lehrmaterial in Sachen Singen, Luftsprünge- und Keine-Atempause-Machen. Danke Türen.
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