BEWERTEN
 

The Tape Vs. RQM

»Autoreverse«

[Kyo / Edel / VÖ: 07.07.2005 ]

Text: Hendrik Kröz, Hendrik Kröz

HipHop geht weiter, selbst wenn er zu “Post” wird, wie bei The Tape. Eine ziemlich gelungene Kollaboration, die da auf Kyo, dem Sublabel von Kitty-Yo, das Licht der Welt erblickt: Robot Koch, der nach dem Ausstieg von Walera Goodman bei The Tape alleine an den Reglern sitzt, holte sich RQM ans Mic, einen relativ frisch nach Europa übergesiedelten New Yorker, den man bereits durch Releases mit Al Haca Soundsystem, I-Wolf und Modeselektor kennt. RQMs gelassene Art zu rappen verträgt sich bestens mit Kochs vielschichtig produzierten Tracks, die den direkten Vergleich mit Prefuse 73 oder Boom Bip nicht zu scheuen brauchen – sei es bei der obligatorischen “She’s gone”-Tragödie “Allow”oder “Hip Hop Is Dead”: \"Gold chains, cars, bitches, holes – fuck ya, word: If it’s all about cheese, I’ll divorce that bitch, I’ll be making music”– yo, genau.

Spannung bezieht “Autoreverse” vor allem aus dem Gegensatz zwischen Urbanität und Folkiness – Robot Koch zieht unglaublich viele Gitarren aus dem Samplepool, pitcht sie, dehnt sie, lässt sie rückwärts laufen – ein verträumter, sehr exakt und inspiriert arbeitender Mix-Wizard ist hier am Werk, wir werden bestimmt noch viel von ihm hören. Auf dem Starfoto im Booklet von “Autoreverse” sieht er allerdings ziemlich groggy aus, während Kollege RQM noch genügend Reserven hat, herausfordernd in die Kamera zu gucken und am Atari-Joystick zu nudeln – die Welt ist ein ungerechter Ort.



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