BEWERTEN
 

One Self

»Children Of Possibility«

[Ninja Tune / Rough Trade / VÖ: 20.06.2005 ]

Text: Christian Meyer, Christian Meyer

Wozu um die halbe Welt reisen, wenn man sich schon durch einen kleinen Umzug von den Londoner Vororten zum East-End in eine andere Welt katapultieren kann? – Komplett mit neuem Soundgefüge. Umgezogen ist DJ Vadim, und da das East-End natürlich vor allem indisch klingt, klingt One Self, das neueste Projekt von Vadim, auch – genau – indisch. So einfach ist das. Zumindest, wenn man weltoffen ist. Und das war Vadim seit seinen Anfängen in den frühen 90ern, mit abstrakten Instrumentalalben, mit The Isolationist, seinem Projekt mit dem Antipop Consortium, und mit seinen Produzentenalben, auf denen er eine Heerschar an MCs auffahren ließ.

Das macht er mit One Self nicht mehr, denn hier sind nur noch die schwedische Sängerin Yarah Bravo, die zwischen Soulgesang (nicht immer frei von Klischees) und Ursula-Rucker-Rezitationen variiert, und der US-amerikanische Rapper Blu Rum 13, der Solo einen Hang zu trockenem Jazz-Hop hat, zu hören. Vadim produziert dazu wie gehabt minimalistisch, mit kantigen Beats und londonisch tief verzerrten Bässen. Neben Sitar und Bollywood-Vocals sorgen japanische Flöten und afrikanische Klänge für Melodie. Vadims weltumspannender HipHop-Sound zeigt sich frisch wie eh und je.



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