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Mice Parade

»Bem-Vinda Vontade«

[Fat Cat / Pias / Rough Trade / VÖ: 11.07.2005 ]

Text: Autor unbekannt

Adam Pierce mag seine Konzertgitarre, altertümliche Bandechogeräte und Stücke mit 3/4-Takt. Was er scheinbar nicht mag, sind Computer. Schließlich betont er immer wieder, dass die wunderbar komplexen, vielschichtigen Soundbasteleien seines Solo-Projekts Mice Parade das Resultat klassischer Studio-Zauberei seien. Freunde von Laptop-Psychedelic der Achse Manitoba bis Four Tet dürften auf dieses neue Album genauso gespannt gewartet haben wie Fans von The Sea And Cake. Denn “Bem-Vinda Vontade”, was übersetzt etwa “Willkommen Wille” heißt, ruht wie schon der Vorgänger “Obrigado Saudade” auf rhythmisch ausgeklügelter, filigraner Gitarrenarbeit, der Pierces Faszination für lateinamerikanische Picking-Techniken und spanischen Flamenco anzuhören ist.

Das Ganze gepaart mit melancholischem Indie-Geschrammel, einem durch die Chicagoer Post-Rock-Schule geschärften Verstand für im Kern komplizierte, gleichzeitig aber eingängige Songstrukturen und dem verführerisch wundervollen Gastauftritt der isländischen Múm-Sängerin Kristin Valtysdóttir, ergibt eine Platte, die einen auch in Sachen Tempo und schwärmerische Grundstimmung sofort mitreißt. Das Duett “Night Waves” zum Beispiel ist mit seinem episch angelegten Song-Aufbau gleichzeitig eine atemberaubend schöne Pop-Hymne und in seiner vollkommenen Gelöstheit für mich jetzt schon eines der schönsten Stücke des Jahres. Unbedingte Empfehlung.



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