BEWERTEN
 

Felix Laband

»Dark Days Exit«

[Compost / Groove Attack / VÖ: 27.06.2005 ]

Text: georg boskamp, georg boskamp

Die Zeichen stehen auf Durchmarsch für Felix Laband aus Durban respektive Kapstadt. “Super-Elektroniker” wird er genannt, sehr large Fußstapfen-Vergleiche mit Aphex Twin und Autechre oder wahlweise den mittelfrühen Nightmares On Wax eilen ihm voraus. Kruder bescheinigt Sinnlichkeit, “herzliche Technologie” sowie “esoterische Liebenswürdigkeit”, Dorfmeister spricht gar von “sublimen Supertunes”. Aussehen tut Laband ein bisschen wie der junge Prince, seine Konzerte hinterlassen regelmäßig begeistert staunende Mengen, und in der Heimat soll er nicht zuletzt wegen der Kombination all dieser Dinge ein echter Star sein.

Natürlich designt der Mann auch, u. a. seine eigenen Clips sowie Plattencover. Hoppla, das klingt so superperfekt, also eher ein bisschen zu sehr nach dem nächsten “Heißen Scheiß”-Hype, den eigentlich nur die Unverbesserlichen wirklich brauchen. Nach mehrfachem Anhören der Platte allerdings und dem Diggen nach frühen Laband-Releases auf African Dope Records scheint so gut wie alles möglich. So gehört hat man das nämlich noch nicht – die komplett klischeefreie Deepness dieser verzwickt-geschickt gefrickelten Elektronik mit Suchtfaktor zehn ist geradezu beängstigend. Es sollte also an ein Wunder grenzen, wenn die Compost-Spürnasen samt Verbündeten hier falsch lägen. Das könnte bedeuten, dass endlich mal wieder völlig zu Recht ein Downtempo-Electronic-Artist zum Konsensthema würde. Selbst das sonst so wortreiche Dazed & Confused wusste sich laut Info nur mit der Umschreibung “verrückt wirbelnde Ambient-Dub-Glitch-Freakshow” zu helfen, und das trifft den Nagel wirklich auf den Kopf. Danke, Südafrika.



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