BEWERTEN
 

Epo-555

»Dexter Fox«

[Crunchy Frog / Edel / VÖ: 28.04.2006 ]

Text: Sascha Seiler, Sascha Seiler

Eine weitere Weirdo-Band aus Skandinavien, wo es ja allerlei Weirdo-Bands gibt. Das fängt beim Namen an und geht bis zum Cover-Design und dem verspielten Sound, mit dem der auf den ersten Blick biedere Indie-Rock verziert wird. Doch Vorsicht: Während man uns glauben lassen will, wir hätten es hier mit den dänischen Flaming Lips zu tun, erinnern Epo-555 an die neueren New Order. Sehr entspannt geht man die Sache an; in den angenehmen, leicht indifferenten Vocals und der Früh-90er-Indie-mäßig vor sich hin gleitenden Musik erkennt man ein Fundament, auf das einige nette Ideen draufgepackt werden. Kurz vor Schluss aber zieht die Band in ihrem big song “Sophia”, der in seiner opulenten siebenminütigen Schönheit einfach jeden Hörer verzücken muss, alle Register.

Die einsame Gitarre, die in sphärische Choräle abtaucht, um vom Schlagzeug und den mittlerweile vertrauten Vocals wieder errettet zu werden. Dann, nach dem letzten Song, ein schier endlos gehaltener Orgelton, der in der Ferne entschwindet. Noch mal anhören das Ganze. Und tatsächlich: Das Album wächst gewaltig. Was anfangs als Hintergrundbeschallung gerade so seinen Zweck erfüllte, verzaubert immer mehr. Die Quintessenz: weniger weirdo, als zu erwarten war, dafür ein Album, auf dem es viel zu entdecken gibt. Doch was bedeuten diese ganzen dreiziffrigen Zahlen?



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