BEWERTEN
 

Four Tet

»Everything Ecstatic«

[Domino / Rough Trade / VÖ: 23.05.2005 ]

Text: Christoph Büscher, Christoph Büscher

Schon nach ein paar Takten des Openers “A Joy” versteht man, warum dieser Album-Titel so gut passt. Kieran Hebden, sonst eher der nerdige Soundbastler, für dessen wunderbare Musik die Schublade Laptop-Folk erfunden wurde, klingt auf einmal so, als habe er grade mit Fatboy Slim gefrühstückt. Tiefe Bässe knarzen knapp unterhalb der Verzerrungsgrenze, die staubigen Schlagzeugsamples scheppern mächtig, und das Tempo ist schweißtreibend. Eben ein echter Kopfnicker-Track. Bis dann, wie durch ein Wunder, doch noch diese verzauberte Gitarren-Melodie aus der Tiefe auftaucht und schnell ein Lächeln ins Gesicht hämmert, bevor sich das ganze Stück in einem Inferno aus sich überschlagenden Drumloops und Feedbacks auflöst.

Das ist Four Tets neue Version von musikalischer Ekstase, ein aufs Drei-Minuten-Format komprimierter Vollrausch, der auch gleich die Vorgabe für das ganze Album liefert. Doch darf es auch mal ruhiger zugehen, etwa beim relaxten, HipHop-beeinflussten “And Then Patterns” oder beim von Glockenspielen durchzogenen “High Fives”. Hebden fügt seinem Image als melodisch und melancholisch orientiertem, detailbesessenem Sound-Tüftler mit dichten Noise-Texturen und euphorisierenden Big-Beats eine neue Facette hinzu, die einfach jeden mitreißen und aufregen muss. Natürlich im absolut positiven Sinne.



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