BEWERTEN
 

Barra Head

»We Are Your Numbers«

[Sinnbus / Alive / VÖ: 30.05.2005 ]

Text: Marc Isenbügel, Marc Isenbügel

Okay, vorab war ja schon zu hören, dass sich Barra Head nur schwer in eine Schublade einordnen lassen. Man konnte von Postrock oder gar Math Rock lesen. Und so falsch führt dieser epische Ansatz dann auch nicht, wenn man das zweite Album des Trios aus Kopenhagen grob umreißen will. “We Are Your Numbers” erinnert in manchen Momenten an Karate minus Jazz oder Fugazi minus Tube Screamer. Verschobene Rhythmusmuster wie in “Overseas”, die zuweilen an deutsche Bands wie Sometree gemahnen, treffen auf gelegentliche instrumentale Ausbrüche. Leider liegt hier auch das Problem von Barra Head, da Mikkel Jes Hansens einschmeichelnde Stimme den Ausbrüchen seiner Mitmusiker oftmals nicht standhalten kann.

Zu zerbrechlich und dünn klingt sie in “The Discipline Of Making Sense”, als dass sie dem Song den notwendigen Antrieb geben könnte. Zum Hit des Albums avanciert für mich “All Is Not Lost Pt. 2”, der durch eine schöne Dynamiksteigerung plus Van-Pelt’schen Gesang besticht. Mehr als einmal muss ich bei “We Are Your Numbers” an die seligen State Of The Nation oder auch an säuseligere und verspinnertere Aereogramme denken. Ein sympathisches Album auf einem sympathischen Label (hier Sinnbus, in Dänemark Playrec), das sich in der illustren Reihe solcher Bands wie Kate Mosh, Seidenmatt oder der Skandinavier Lack in hervorragender Gesellschaft befindet.



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