BEWERTEN
 

Common

»Be«

[Getting Out Our Dreams / Universal / VÖ: 30.05.2005 ]

Text: Uwe Buschmann, Uwe Buschmann

Call it a comeback! Wenn sich jemand zwei Jahre nach seinem letzten Release zurückmeldet, kann man nicht sagen: Er ist aus der Versenkung aufgetaucht und wagt jetzt sein Comeback. Bei dem aus Chicago stammenden Rapper Common liegt der Fall aber ein wenig anders, wollte er doch mit seinem letzten Album “Electric Circus” die eigenen MC-Fesseln sprengen und die Genregrenze von HipHop ein wenig erweitern. Trotz etlicher sehr guter Kritiken war das Album aber an der Ladenkasse kein großer Erfolg. Mit der neuen Platte “Be” soll jetzt alles anders werden: Common konzentriert sich in Sachen Raps & Beats wieder auf HipHop nach dem höchsten Reinheitsgebot.

Da die Platte auf KanYe Wests eigenem Label Getting Out Our Dreams erscheint, hat der auch direkt neun der elf Songs produziert. Die anderen beiden Tracks wurden von Jay Dee (Slum Village, The Ummah) beigesteuert. Ziel war es, ein Album zu veröffentlichen, das durchaus mal in einem Atemzug mit “Paid In Full” (Eric B & Rakim), “Low End Theory” (A Tribe Called Quest) oder “Illmatic” (Nas) genannt werden soll. Und das ist auch gelungen. Es gibt ruffen HipHop (“The Corner”), pumpende Kopfnicker (“Chi City”) und ganz große Soulsymphonien (“Real People”). Und mit den gospelartigen Schluss-Akkorden von “It’s Your World” scheint sich die Platte direkt in den HipHop-Himmel aufzuschwingen. Die Gästeliste beschränkte sich auf Bilal, Last Poets und John Legend, weil sich die Beteiligten von Anfang an der eigenen Stärke bewusst waren und es keine weitere Rückendeckung brauchte. Gerade in den heutigen HipHop-Zeiten kann man “Be” nur als ein absolutes Masterpiece bezeichnen. Danke Common. Danke KanYe West. Danke Jay Dee.



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