BEWERTEN
 

Tom Vek

»We Have Sound«

[Tummy Touch / Go Beat / Island / VÖ 6.6. / VÖ: 04.04.2005 ]

Text: goldie, goldie

Spielt es eigentlich eine Rolle, dass das Debütalbum des heute 23-jährigen Londoners Tom Vek so, wie es nun unverändert veröffentlicht wird, bereits vor fast einem Jahr fertig gestellt wurde? Eigentlich ist es für den Hörer irrelevant. Umso mehr wächst der Respekt vor diesem Album, wenn man dies weiß. Am einfachsten ist Tom Vek, der dieses Debüt im Alleingang eingespielt hat, mit dem Amerikaner Beck zu vergleichen. Tatsächlich hat England nie zuvor einen Musiker hervorgebracht, der wie Beck auf \"Odelay\" eine so breite musikalische Stilvielfalt unter einen, seinen Hut zu bringen vermochte. Da ist freilich ein wesentlicher Unterschied zwischen Vek und Beck, von dem man zu keiner Zeit wusste, was und wohin er eigentlich will (und am allerwenigsten scheint ihn das mittlerweile selbst zu interessieren, nachdem er mit seinem Meisterwerk \"Midnight Vultures\" kommerziell scheiterte).

Das hat zu tun mit musikalischer Erdung und einer Grundhaltung als Musiker, die Tom Vek - ein seltener Glücksfall! - hingegen schon in jugendlichem Alter gefunden hat: Er ist Rhythm'n'Blues-Musiker, und - bei allem Respekt vor den Rolling Stones und Van Morrison - einen so selbstverständlich soulig spielenden und singenden white English boy habe ich zuvor noch nicht gehört. Aus der Sicherheit dieser Grundhaltung kann Vek sich in die unterschiedlichsten Genres bewegen und bleibt dabei doch immer er selbst. Und natürlich hört man, dass Vek all den rund um die Welt angesagten hot shit der letzten Zeit kennt und weiß, was auf dem Indierock- und Punk-Dancefloor wirklich steil geht und funktioniert; schon vor Jahren war er als reichlich exzentrischer DJ Souvenir (auch in Deutschland) unterwegs. Wir hören also: scheppernden Garage-Rock, harten Disco-Punk, pumpenden Electro-Pop, tiefschwarzen Blues - und zu all diesen Songs kann man auch wirklich tanzen. Dazu die clever getexteten Lovesongs (was auch sonst?), deren Worte schon in ihrer Papierversion grooven und Sound haben - sie stellen noch in der höchst konsequenten Beschränkung auf ihr Wesentliches eine unmittelbare Vertrautheit und emotionale Nähe zu dem Künstler her. Seine Sätze werden rhythmisiert und wie ein Mantra oder die Beschwörungsformel einer Voodoo-Zeremonie schier endlos wiederholt - dass Worte so sehr Musik werden, hat man selten zuvor gehört; vielleicht früher mal bei Captain Beefheart oder Can. (Und wen's interessiert: \"Nothing But Green Lights\" ist die beste Brian-Eno/David-Byrne-Nummer, die diese nicht selbst auf \"My Life In The Bush Of Ghosts\" gemacht haben!).



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
Tom Vek
Alle Artikel von Goldie, Goldie
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • Nächste Tour-Termine

  •  
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 
 
Anzeige
 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.