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Oneida

»The Wedding«

[Sanctuary / Rough Trade / VÖ: 09.05.2005 ]

Text: Ulf Imwiehe, Ulf Imwiehe

Transdimensionale Musikarchäologie, den sonischen Spaten im Humus des Kosmos - thy name be Oneida. Sie buddeln wieder, die Ur-Schrägos aus Brooklyn, die schon zu Zeiten vor dem Williamsburg-Hype künstlerisch wagemutiger und sleazig-genialistischer agierten als das Gros ihrer Geistesverwandten diesseits von Mike Patton. Sie graben und wühlen, daddeln, frickeln und spinnen hemmungslos herum an der wall of sound zwischen Mumin Tal anno 2177 und Sleepy Hollow, und die Musik, die sie dabei exhumieren, klingt entsprechend verschroben und verwunschen. Listig-naive Quasi-Traditionals, umweht von der Aura imaginärer Jahrhunderte, werden zersägt von Gruselstreichern, Drum-Stakkatos und hingebungsvollen Exkursionen in die gehobene Lehre der Melvinistik zwischen zärtlich schwebendem Ambient und ultrakomplex grindigem Freak-out.

Pophistorische und ästhetische Referenzen wissen nicht mehr ein noch aus vor lauter Gleichzeitigkeit. Ein einziges Geraschel und Geraune im Monsterwald. Psychotische Stimmung in den illegalen Kellerclubs der Metropolen von übermorgen. Im Zirkuswagen auf dem Weg nach Gotham City werden böse Substanzen eingenommen. Und wie gut das tut! Musiktherapie am nimmersatten post-industriellen Gehirn, bei der man förmlich spürt, wie die Synapsen mit jedem Seufzen der Fuzzbox mutieren. Eingängig ist das Ganze naturgemäß eher weniger. Dazu geben Oneida den Weirdo-Spross aus dem Hause Art Punk eine Idee zu ausladend, und ihre Vorliebe für mitunter fast barocke Opulenz in den Arrangements tut ein Übriges. Nein, dieses Album ist keine Kollektion von Ohrwürmern und schmissigen Tunes. Dies ist ein echter Grower, der mit jedem Hören an stranger Schönheit zunimmt und Geduld und Neugier großzügig belohnt.



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