Isolée
»We Are Monster«
[Playhouse / Neuton / Rough Trade / VÖ: 30.05.2005 ]
Text:
Elektrofrau,
Elektrofrau
Gitarre und elektronische Musik scheinen auf den flüchtigen ersten Blick zunächst ein unvereinbares Paar zu sein. Der Dancetrack hat zwar seit längerem die Gitarre als akustische Dekoration wieder entdeckt, jedoch endet das Verständnis dieses Sounds eher in undefinierbaren Störgeräuschen. Das Markenzeichen des Berliner Fest-Platten-Labels, um nur ein Beispiel zu nennen, ist Dreck-Techno mit Rockerattitüde. Bei Isolée, mit richtigem Namen Rajko Müller, ist das anders. Auf \"We Are Monster\" versteckt sich die Gitarre, tarnt sich geschickt, schmückt sich mit Echos, kurz, sie will sich nicht aufdrängen. Umso faszinierender ist es, den linearen Prozess ihres Outings zu belauschen, den das Album beschreibt.
Drei Fragen an Isolée:
Von welcher Kultur siehst du deine Musik am meisten geprägt?
Ich glaube, dass meine Musik am meisten von europäischer und nordamerikanischer Musikkultur geprägt ist. Wenn man noch allgemeiner von Kultur sprechen will, dann fühle ich mich natürlich der \"europäischen Kultur\" am stärksten verbunden, da ich diese (oder Teile dieser) am stärksten verinnerlicht habe.
Ist die elektronische Musik in letzter Konsequenz heute nur durch Verarbeitung anderer Stile überlebensfähig?
Ich glaube, dass die elektronische Musik noch nie etwas anderes getan und dadurch zu ihrer eigenen Originalität gefunden hat. House und Techno ist die Verarbeitung z. B. von Disco usw. Musik ist meiner Meinung nach sowieso immer die Verarbeitung von Vorangegangenem, egal welcher Art. Das muss jedoch für den Hörer nicht immer nachvollziehbar sein. Die in der Frage mitschwebende Vermutung, die elektronische Musik sei heute an ihr Ende gelangt und müsse sich anderer Musikstile bedienen, erscheint mir daher unsinnig. Im Übrigen verarbeiten heute auch alle anderen Pop-Musik-Stile elektronische Musik.
Welchen anderen Projekten hast du dich in deiner Isolée-Schaffenspause gewidmet?
Keinen, mal abgesehen von Projekten privater Natur wie Umzügen und vielleicht einem letzten, gescheiterten Versuch, mein Studium zu beenden. Eine Veröffentlichungspause bedeutet ja nicht zwangsläufig auch Schaffenspause. Ich habe mich sehr stark mit produktionstechnischen Fragen beschäftigt und festgestellt, dass ich in diesen Dingen noch ein bisschen nachsitzen musste. Insofern sind viele Produktionen als unreife Übergangsprodukte im Schrank gelandet. Das zweite Album ist für mich auch zu einer größeren Herausforderung angewachsen, als ich es je vermutet hatte.
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