BEWERTEN
 

The Lovers

»Abba Are The Enemy«

[xxxx / xxxx / VÖ: 02.05.2005 ]

Text: Carsten Bitzhenner, Carsten Bitzhenner

Bands, die was taugen, bilden einen Klangkörper, aber das muss man ja eigentlich keinem mehr erzählen. Spätestens seit Kantes „Zweilicht“ haben wir griffig im Kopf, dass Menschen, die zusammen Musik machen, „in guten Momenten für eine Weile mehr als die Summe der einzelnen Teile“ hinkriegen. Interessant wird es dann, wenn Ausnahmecombos implodieren und die Elemente sich neu zusammenfügen. The Lovers setzen sich unter anderem zusammen aus Tom Hingley, dem früheren Frontmann der Inspiral Carpets, sowie Steve und Paul Hanley – dem Rhythmus-Gespann von The Fall, das Anfang der 80er maßgeblich zu feinen Scheiben wie „Room To Live“, „Hex Enduction Hour“ oder „Slates“ beitrug.

Auf „Abba Are The Enemy“ gehen Hingleys Stimme, Inbrunst und Songwriting und die auf allen Carpets-Platten obligatorische Orgel vortrefflich mit dem von Gott persönlich durch seinen Knecht Hanley senior ins Werk gesetzten Basswunder zusammen. Bruder Paul hackt der Allianz den Weg frei, und schwups bekommen wir bekömmliche Retro-Punk’n’Roll-Indie-Happen, oll und frisch gleichzeitig. Den Opener kann man auch Kennern als eine kürzlich wieder entdeckte Nummer der Stranglers unterjubeln, andere Stücke erinnern an spätere Damned, wenn die fünf Liebenden nicht gerade genau nach dem klingen, was sie sind: ein Fall/Inspiral-Carpets-Klon, der sogar funktioniert. Live bestimmt ein Burner, auf Platte prima Naschkram für zwischendurch. Der Albumtitel ist allerdings rätselhaft, denn gegen Abba hat die alte Poppersau Hingley garantiert nix.



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