Athlete
Tourist
[Parlophone / Emi / VÖ: 18.03.2005 ]
Text:
Christian Steinbrink,
Christian Steinbrink
Eine der ersten Lektionen aus der Zeit, als ich noch ein Bub der Popkritik war, besagte, dem Begriff »ehrlich« zu misstrauen, immer, wenn er sich auf Promozetteln oder in Selbstbezichtigungen von Musikern jedweder Art finden sollte. Was also tun, wenn eine mit ihrem Debütalbum äußerst erfolgreiche Band diese Zuschreibung als das Credo für ihr Zweitwerk ausgibt? Erstmal reinhören, vermutlich. Und was zu erwarten war, bestätigt sich: »Ehrlich« meint hier in seiner Hauptsache elegisch, melancholisch, aufgeblasen und Effekt heischend. Können Briten nicht auch mal in Punkbands ehrlich sein? Aber ich will ja nicht den Eindruck erwecken, dass es gar keine Bands in diesem Segment gibt, die ihre Sache gut machen.
Coldplay zum Beispiel sind so eine Band, zudem auch noch Labelmates von Athlete. Coldplay haben den Funken Genialität in ihren Arrangements, der Athlete zumeist abgeht. Zudem krankt ›Tourist‹ an seinen beständig zu behäbigen Beats. Natürlich gibt es auch gute Momente auf der Platte, meistens dann, wenn sich die Band inklusive ihres Sängers zurücknimmt und ihre Stücke eher heimelig als opulent klingen lässt. Wie zum Beispiel im Song ›If I Found Out‹. Aber auf der langen Strecke ist ›Tourist‹ einfach viel zu gleichförmig, viel zu wenig aufwühlend.Artikel kommentieren
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