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Moneybrother

»To Die Alone«

[Burning Heart / SPV / VÖ: 07.03.2005 ]

Text: Jasmin Lütz, Jasmin Lütz

Eine attraktive Schwedenbombe, mit der es sich gut auf den Sommer warten lässt. Moneybrother a.k.a. Anders Wendin verkürzt hiermit die kalte Jahreszeit – an seiner Seite (neben der Band) schmerzhafte Rock’n’Roll-Dramen. Der erste Akt ›They’re Building Walls Around Us‹ schlägt sofort in die ergrauten Körper, und das Liebesbarometer steigt, ohne dass der Pollenflug dieser Tage schon komplett eingesetzt hätte. Super-Soul-Arsch-Rock-Bombe. Dabei trägt er einen traurigen Kopf auf den Schultern, der so herzzerreißend über Einsamkeit und Liebeskummer sinniert, dass es selbst den kältesten Eisblock zum Schmelzen bringt. Mit »I pray the rain won’t fall« predigt er in ›Blow Him Back Into My Arms‹ gar Gott an, und man selbst fleht ja insgeheim schon seit Beginn der Fastenzeit nur still: »Bitte nimm mich in den Arm!« Mit Moneybrother war 2004 ein neuer Hype geboren, auch wenn die massenhafte Lobhudelei oft nicht mehr zu ertragen war.

Doch diesmal muss man einfach aufs gleiche Pferd setzen. Das Ex-Ska-Punk-Monster Wendin hat die Lobeshymnen eh schon hinter sich. Charlotte Roche kürte sein Debüt ›Blood Panic‹ 2004 endlos als Platte (je)des Monats, und unabhängig davon hatte er seinen schwedischen Grammy ohnehin schon sicher in der Tasche. Talk-Is-Cheap-Girl Sarah Kuttner lässt zu ›To Die Alone‹ immer mehr Lobesreden auf uns Fernsehheinis einregnen und präsentierte exklusiv das Video ›They’re Building Walls Around Us‹, in dem der Protagonist – schon ganz seinem Pop-Erretter-Status verpflichtet – am Kreuz hängt. Regisseur war dabei kein anderer als Kalle Haglund, der auch schon für The Hives und die Rolling Stones Kurzfilme drehte. Und wer ›I’m Not Ready For It, Jo‹ hört, der ist einfach dem Wahnsinn nahe und erinnert sich an die Vorgeschichte von Joanna auf Moneybrothers Debüt (›It’s Been Hurting All The Way With You, Joanna‹). Die Streicher kitzeln im Magen wie neue Liebe, und es klingt so schön revolutionär wie einst bei Jarvis Cocker in ›This Is Hardcore‹. Solche schmachtenden Hymnen gibt es nur selten, und sie haften einem lebenslänglich im Gehirn. ›To Die Alone‹ ist eine fesselnde Orchester-Soul-Funk-Orgie mit Gesten, so groß wie ein Vulkan.



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