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Alex Smoke

»Incommunicado«

[Soma / Rough Trade / VÖ 21.3. / VÖ: 28.02.2005 ]

Text: Burkhard Welz, Burkhard Welz

Techno mit anderen Mitteln. Genauer gesagt: mit der Sozialisation des 80er-Electro-Pops, verbunden mit einer Prise Romantik und Melancholie. Alex Smoke ist ein junger Glasgower, dem diese Form der Produktionsweise schon einigen Zuspruch, gerade auf dem britischen Inselland, eingebracht hat. Und der darüber hinaus als großes Talent gilt. Nicht von ungefähr werden hier Parallelen zu Villalobos, Luciano oder Lawrence gezogen. Die Ambivalenz dabei ist, dass diese Form von Neo-Techno gleichzeitig retrospektiv ist. Und dabei kann es kein Zufall sein, dass Smoke noch sehr jung an Jahren ist. Nur so ist seine ungezwungene und schlüssige Art zu erklären, die Grenzen, die dieses Genre seit Jahren behindern, aufzuspalten.

Klar, dass Dub-Effekte dabei eine Rolle spielen müssen, ebenso wie das kontrovers diskutierte Popverständnis der 80er. Doch anders als bei den alten Säcken muss hier nicht zwanghaft eigene Punk-Historie aufgearbeitet werden, die ohnehin schon über Gebühr den elektronischen Zeitgeist repräsentiert. Um nicht strapaziert zu sagen. Das Schöne ist, dass bei Smoke sowohl der bekiffte 90er-Raver wie der Depeche-Mode-Treckie als auch der zeitgenössische Techno/Electro-DJ auf ihre Kosten kommen. Der Nachteil: Menschen mit chronischer 80er-Phobie werden sich vielleicht noch mit der darken Grundstimmung anfreunden können, nicht aber mit den Robo-Vocals, die sich auf drei Tracks in den Vordergrund drängen. Die behindern auf jeden Fall das uneingeschränkte Eintauchen in ein Universum, das neben interessanten Rhythmen, geschickten Beats und feinen Flächen auch ein paar unangenehme Assoziationen an aufgebrezelte Trend-Frisuren und Retro-Schickimicki beinhaltet.



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