BEWERTEN
 

Maximilian Hecker

»Lady Sleep«

[Kitty-Yo / VÖ: 24.01.2005 ]

Text: Ulrike Puth, Ulrike Puth

Ein Berliner Musiker, der nicht genannt werde möchte, schnaubte zuletzt genauso voll namenlosem Zorn wie vor Ratlosigkeit. Gerade hat er erfahren, dass Maximilian Hecker ein neues Album im Januar 2005 vorlegen würde. Nein. Wie geht das? ›Rose‹, das letzte, kongeniale Album, das er verzehrend offen an seinem eigenen unaufgearbeiteten Liebesleben entlang erstellt hatte, ist noch gar nicht so lange her, und seitdem hat Hecker ja nicht nur im hiesigen Sprachraum das übliche Programm zusammengetourt, nein, er war auch via Goethe-Institut auf Südamerika- und Asienreise mit Band und mit Barbara Morgenstern. Woher soll denn da schon wieder ein Nachfolgealbum kommen? Nun, ›Lady Sleep‹ liegt trotz dieser Einwände unbestreitbar vor – und ist nicht mal ein routinierter Nachhall vergangenen Elfen-Pops.

Maximilian hat seine eigene Kunst des gehauchten Falsetts noch ein bisschen höher leveln können. Die Stücke fühlen sich geschlossener an, die Dramaturgie ergibt sich nicht mehr so stark aus dem Kontrast von Anspannung und orchestraler Erlösung, sondern bezieht sich auf die Gesamtheit. Jedes Stück ist ein glänzendes Bollwerk überbordender Popkunst. Die Lieder sprühen, ohne zu übertreiben, und Maxi leidet, wimmert, wispert und frohlockt. Ein zarter Mann, eine große Ausnahme.



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