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Bright Eyes

»I’m Wide Awake, It’s Morning & Digital Ash In A Digital Urn«

[Beide Saddle Creek Europe / Indigo]

Text: Joachim Schaake, Joachim Schaake
[5 Kommentare]

Anstelle eines einzelnen vierten Albums veröffentlicht Indie-Streber Conor Oberst einfach zwei Alben zeitgleich. Und um die Dimensionen kreativen Outputs noch deutlicher werden zu lassen, könnten diese unterschiedlicher nicht sein: Auf der einen Seite haben wir da das in nur zehn Tagen aufgenommene, Country-Folk-lastige ›I’m Wide Awake, It’s Morning‹. Andererseits den beim ersten Hören etwas überambitionierten Zwilling ›Digital Ash In A Digital Urn‹, für den man im Studio gut drei Monate in wechselnder Besetzung programmierte Sounds und Bandaufnahmen zusammenbastelte. »Ausproduziert« nennen Kenner der Materie so etwas wohl. »Fette Beats« hätte man in den 90ern anerkennend gesagt.

Doch das spontane ›I’m Wide Awake ...‹ ist zweifelsfrei das problemfreiere der beiden Werke. Ein Schluck aus dem Bourbon-Glas, eine einleitende Erzählung, kurz angezählt und dann beherzt in die Saiten der Wandergitarre gegriffen. Es folgen großartige Songs in schlichter und doch schmissiger Instrumentierung. Highlights sind die Protesthymne ›Old Folk Song‹ sowie das grandiose Finale ›Road To Joy‹.

›Digital Ash In A Digital Urn‹ macht es sich selbst und uns Hörern nicht ganz so einfach. Elektronische Soundgestaltung tut bekanntermaßen bei weitem nicht jeder Indie-Band gut, und auch die Bright Eyes klingen hier an einigen Stellen etwas unbeholfen. So lässt die Kollabo mit Postal Services Jimmy Tamborelly, ›Take It Easy (Love Nothing)‹, Raffinesse vermissen und wirkt beinahe etwas fade. Eigentlich haben die umwerfenden Arrangements auf ›Lifted ...‹ gezeigt, wie frisch, neu und anders Traditionsbewusstsein klingen kann, sodass man die neue Entwicklung böswillig als Rückschritt ansehen könnte. Letztendlich ist aber der Großteil der Songs einfach überwältigend gut, und lediglich neidvolle Musikjournalisten jenseits der 30 würden es wagen, Conor Oberst einen Indie-Streber zu nennen.



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aus Intro #124 (Februar 2005)
 
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  • User: laudz
  • laudz 24.01.2005 | 13:41:49

    ...und zu den neidvollen Musikjournalisten gehört wohl auch der Kerl, der im heutigen Feuilleton der Süddeutschen Zeitung die Bright Eyes-Kritik geschrieben hat. Ah, was für ein Idiot.

  • User: justicia
  • justicia 25.01.2005 | 15:42:32

    zitier mal bitte ein paar zeilen.

    finde beide alben großartig.

  • User: Rasa Baso
  • Rasa Baso 25.01.2005 | 17:02:21

    höre gerade D.A. in a D.U...
    sehr klasse!

  • User: Frank_Orgel
  • Frank_Orgel 29.01.2005 | 19:17:16
    selling live water
    ich fand bright eyes ja irgendwie immer richtig kacke, und hatte auch nicht vor das zu ändern, aber im wide awake... finde ich mittlerweile richtig gut

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