BEWERTEN
 

Razorlight

»Up All Night«

[Universal / VÖ 11.10. / VÖ: 11.10.2004 ]

Text: Britta Kinkeldei, Britta Kinkeldei

Johnny Borrell hatte ein kurzes Intermezzo als Basser bei den Libertines. Und macht in England Liam Gallagher Konkurrenz, indem er eine noch größere Klappe auf den Tresen legt. Also könnte man sagen: Razorlight haben viel zu beweisen. Aber noch mal zurück zu der Aussage, Borrell käme großmäuliger rüber als Liam. ›Up All Night‹ ist zwar ein fettes Debüt, das ich im Fazit kräftig abfeiern werde, aber man könnte auch Details bemängeln. Soundmäßig muss man sich zum Beispiel erst mal emanzipieren von Größen wie den Strokes oder auch den Libertines. Historischer betrachtet, borgen die Songs mitunter schwer von Television und Patti Smith.

Borrells Texte sind ganz klar stream of consciousness, werden aber routiniert von den großartigen Gitarren-Riffs und Basslines auf den Boden geholt. Sonst dominieren die poetischen Momente. ›Don’t Go Back To Dalston‹ ist ein Tribute to Pete Doherty und so simpel, dass es fast eine nackte Liebesballade sein könnte. ›Vice‹ und ›Rock’n’Roll Lies‹ geben sich richtig rockig und beamen unmittelbar auf die versifften Waschräume der Londoner Rock-Szene. Das versprochene Fazit: Insgesamt eine knallige Mischung aus ruhiger Poesie und Energie. Da freut man sich auf mehr.



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