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Q And Not U

»Power«

[Dischord / Southern / Alive / VÖ: 20.09.2004 ]

Text: Bettina Gutsohn, Bettina Gutsohn

Anhand des letzten Albums ›Different Damage‹ von 2002 war der Heldenstatus, den Q And Not U auch hierzulande vereinzelt genießen, noch nicht für jeden wirklich nachvollziehbar. Veröffentlichungsumfeld (Dischord) und Beteiligte (z. B. Ian MacKaye als Mixer) weckten ästhetische Erwartungshaltungen, die (auf zugegeben überzeugende Art und Weise) bestätigt wurden. Ansonsten hätte diese Platte des Trios so aber auch schon 1997 klingen oder von einer der zahllosen anderen Post-Hardcore-Bands stammen können, die ihren Weg aus den USA nach Deutschland finden. Jetzt verschieben Q And Not U selbständig den Blickwinkel auf das Geschehen: Stilistisch mehr als upgedatet erscheint dieser Tage das dritte Album mit dem Angeber- oder vielleicht doch eher Agitationstitel ›Power‹.

Q And Not U werden zwar auch hier einem Pionierstatus nicht unbedingt gerecht. Liefern aber neuen Nährboden für den aktuellen Diskurs um die in diesem Umfang wohl nicht erwartete Mischung aus Punk, Funk und Disco, die uns in diesem Jahr von so großartigen Bands wie !!! oder Radio 4 vermehrt um die Ohren gehauen wird. Auf ›Power‹ geht es – diesen beiden Bands entsprechend – hochartifiziell und zugleich tanzbar zu. Funk meint hier eindeutig nicht das polternd Schweine-Funk-Mäßige der SST-Legenden Minutemen. Aber auch keine Mitklatschrefrains zu Disco-Beat. Q And Not U bleiben trotz der plötzlichen Synthie-Manie (bei fast jedem Stück!) als die eindeutig Hardcore-sozialisierten Musiker zu erkennen, denen ein vertrackter Riff oder eine umständliche rhythmische Figur mehr Liebe gibt als ein potenzieller Hit-Refrain. Und gerade dadurch werden manche Songs erst recht zu Hits, wenn auch einer potenziell geringeren Hörerschaft. Wo Black Flag vor zwanzig Jahren von ihren Fans noch von der Bühne gespuckt wurden, weil sie es gewagt hatten, sich seit der letzten Tour nicht mehr die Haare zu schneiden, stehen Bands wie Q And Not U heute im (Ex-) Hardcore sämtliche Türen offen. Ein Blockflöten-Solo (bei ›Throw Back Your Head‹) und Fotos im Booklet, auf denen sich zwei der Musiker küssen, sind da nur ein Anfang. In zehn Jahren wissen wir, ob Q And Not U mit all ihrer Frei- und Frechheit auch auf lange Sicht überzeugen konnten. Jetzt, nach ›Power‹, würde ich sagen: Die Chancen stehen gut.



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