BEWERTEN
 

The Killers

»Hot Fuss«

[Island / Universal / VÖ: 04.10.2004 ]

Text: Ulf Imwiehe, Ulf Imwiehe

Las Vegas keeping it unreal. Interessant, dass die Realität in der Zocker- und Trash-Glam-Oase so viel unwirklicher erscheint als die vollklimatisierte Kunstwelt. Das von Thees Uhlmann im letzten Intro angeführte Abendlicht etwa. Echt dank der richtigen Mischung aus Sonne, Staub und Luftfeuchtigkeit oder Projektion neonmüder Resopalopfer? Hier Sehnsucht, da Produkt, und beides unzertrennlich. Design oder Deepness, und wen kümmert es eigentlich, solange irgendwie die Schönheit regiert? The Killers aus besagter Stadt kokettieren auf ihrem Debütalbum konsequent mit dem Bruch zwischen perfekt glatter Oberfläche und rockistisch-leidenschaftlich ausgestellter Hingabe.

Das Songwriting imitiert die New Romantic ff 80s-makellos, geht direkt ins Ohr und auf die Tanzfläche, und Brandon Flowers’ offenherziger Gesang dürfte selbst Robert Smith trocken schlucken lassen. Doch irgendwie klingt das alles fast schon unangenehm userfriendly. Straight. Sauber. Ein vielseitig einsetzbares Stück Nobel-Garagen-Rock inklusive mitunter cheesiger Keyboards und der großartigsten Bassriffs des Monats. Da kann man mal ein bisschen Emotionen investieren oder auch einfach nur den Cocktail zu rühren und gelassen in der Gegend herumgucken oder, wenn’s beliebt: Abfahrt, Baby. Gekillt wird hier jedoch nicht.



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