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Helmet

»Size Matters«

[Universal / VÖ: 04.10.2004 ]

Text: Till Stoppenhagen, Till Stoppenhagen

Der Magen wird flau, der Blutdruck steigt, die Hände zittern – ein mittelschwerer Adrenalinrausch baut sich auf. Ausgelöst durch nichts anderes als ein uraltes Bandlogo auf dem schlichten Cover einer Promo-CD: sechs weiße Buchstaben, sachlich, nüchtern und unmissverständlich fett, auf rotem Grund: Helmet. Eine klare visuelle Umsetzung der Charakteristika dieser Band: brachiale Riffs, simple, eckige Rhythmik, mathematisch genau arrangierte Songs. Keine unmittelbar ausbrechende Wut, sondern das Resultat des Musikverständnisses eines New Yorker Jazz-Studenten namens Page Hamilton, der die Band 1989 gegründet hat: verkopfter Akademiker-Krach mit einem Gitarrensound, auf dem später das gesamte Nu-Metal-Genre aufbauen sollte.

Gewohnt unsentimental kommt ›Size Matters‹, das erste Album seit der Trennung vor sechs Jahren, zur Sache. Schon die ersten 60 Sekunden des Openers ›Smart‹ informieren knapp und präzise über den aktuellen Stand der Dinge. Hamiltons Avantgarde-Kollaborationen mit Caspar Brötzmann haben hier keine Spuren hinterlassen. Stattdessen bekommen Helmet endlich die Popsongs hin, für die es auf dem letzten Album ›Aftertaste‹ noch nicht gereicht hat, und verbinden sie mit dieser bierernsten, penibel durchgerechneten, radikal auf das Wesentlichste beschränkten Heaviness, die seit ihrem Debüt ›Strap It On‹ ihr Markenzeichen war. Die atonalen Minimal-Riffs ergänzen sich mit den Alternative-Rock-Hooklines zu einem Ganzen, anstatt aneinander vorbei zu arbeiten. Einziger Schwachpunkt: Hamiltons Gesang, früher zwischen monotonem Sprechen und kontrolliertem Geschrei pendelnd, hat auf der Suche nach mehr Melodik seine kühle Abgeklärtheit gegen eine krächzige Lässigkeit eingetauscht, die manchmal an James Hetfield erinnert und hier einfach nichts zu suchen hat. Ein Ärgernis. Aber auch das einzige.



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