BEWERTEN
 

Arne Zank

»Love - From A to Z«

[Lado / Rough Trade]

Text: linus volkmann, linus volkmann

Wenn es um neue Songs auf Tocotronic-Platten von Arne geht oder um ganze Alben von ihm (wie dieses hier oder das zuletzt als DJ Shirley erschienene auf Scheinselbständig), dann muss man sich immer erst mal der Tatsache stellen, dass Arne nicht mehr singt. Kein Wort mehr. Kein ›Junger Mann Redet In Der Bahn‹, kein ›Ich Mach Meinen Frieden Mit Euch‹ und auch keine Casio-Miniaturen wie auf dem legendären ›Die Mehrheit Will Das Nicht Hören, Arne‹-Tape. Nein. Arne beschäftigt sich, wie jeder Tocotronic-Hörer seit ›KOOK‹ wissen dürfte, mit elektronischer Musik. Kompakt und Co. haben Spuren hinterlassen. Und seine Version von Instrumentalmusik wirkt dann auch anachronistisch, wenn er Knister-Sounds raushaut, die irgendwann mal hochgespült werden durch housige Passagen.

Minimal in einer Zeit, wo viele Minimal-Rattenmusiker das Schiff verlassen und sich auf textlich komplett sinnentleerten Electro-Pop-Vocal-Trash werfen, in der Hoffnung, ihre Jahre als credibler Laptop-Artist nun ausbezahlt zu bekommen. Liquiditätsengpass. So gesehen ist es schön, dass Arne Fan von diesem Sound ist, der sonst gerade einer Geisterstadt gleicht. Zarte Keys entwickeln sich und kennen soundmäßig keine Grenzen, dazu pluckert ein Beat, die halb offene Hi-Hat wird hochgezogen. Eine Schnittstelle zwischen den sprachlosen Tracks von Ego Express’ ›Telefunken‹ und Köln 2000. Gegen den Trend, aber nicht nur deshalb herausstechend.



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