BEWERTEN
 

Jonathan Richman

»Not So Much To Be Loved As To Love«

[Sanctuary / Rough Trade / VÖ: 26.07.2004 ]

Text: Markus Meske, Markus Meske

53 Jahre ist Jonathan Richman alt. 22 Platten hat er gemacht. Die neue heißt ›Not So Much To Be Loved As To Love‹. Einige Hits hatte er auch schon. In den 70ern. Sogar für die ›Sesamstraße‹ hat er komponiert. Und was ist der Dank? Eine kleine, aber feine Fangemeinde. Und jede Menge Leute, die ihn kennen, ohne es zu wissen. Denn Jonathan Richman war auch schon im Kino. Erinnern wir uns an ›Verrückt Nach Mary‹: Cameron Diaz und Ben Stiller albern sich durch den Popcorn-Plot. Zwischendurch erscheint mehrfach ein Gitarrespieler, der die Handlung singend kommentiert. In der deutschen Synchro bekloppt und blasphemisch vollsynchronisiert statt untertitelt.

Aber das ist er. Der Jonathan Richman, den tatsächlich viele dunkel in Erinnerung haben dürften. Auf ›Not So Much To Be Loved As To Love‹ gibt es nun 15 neue, einfach gehaltene und äußerst sparsam instrumentierte Singer/Songwriter-Nummern. Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang, hin und wieder einige zarte Akzente von Bläsern, Piano oder Percussion – das war’s. Alles rumpelt fröhlich durcheinander. Für die sympathisch minimalistische Produktion war Richman erstmals selbst verantwortlich. Manchmal hängt auch die ›Verrückt Nach Mary‹-Albernheit wieder ein wenig in der Luft. Dann klingt der Gesang fast improvisiert, und man glaubt, gleich würde der Take mit einem prustenden Lachen abgebrochen. Passiert aber nicht, denn Richman hat zwar jede Menge Humor, aber ernst meint er es schon. Das, was er da so macht. Seit den 70ern. Und was ist der Dank?



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