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Dillinger Escape Plan

»Miss Machine«

[Relapse / SPV / VÖ: 03.11.2006 ]

Text: andreas schnell, andreas schnell

Achtung, hier kommt der lange Satz: Fünf Jahre nach dem Debüt, das Maßstäbe in harter Musik setzte, das zweite volle Album, obendrein das erste mit neuem Sänger, der sich zu allem Überfluss auch noch an Mike Patton messen lassen muss, mit dem Dillinger ein Interims-Werk schufen. Ein schweres Päckchen zu tragen. Kommt noch das Problem eigentlich aller nicht instrumentalen Bands dazu, die in derart mörderischer Komplexität aufspielen: Was kann ein armer Sänger da tun? Im Metal wählt man meist die schwer erträgliche Kastratenvariante. Die harte Fraktion grunzt oder wettert – wie Dillinger – wütend. Greg Pucciato, die neue Stimme dieses Haufens, erweitert das Gebrüll – Variante drei a – um Patton-Anleihen.

In diesem Zusammenhang nur begrenzt originell, aber immerhin. Und die Musik? Die – könnte man böswillig sagen – stagniert auf hohem Niveau. Oder sind da vielleicht doch ein paar neue Operationen innerhalb des Mathe-Metals ausgeführt? Doch, sie sind: Apokalyptisches Schleifen, orchestrale Samples, die wie in ›Phone Home‹ Richtung Nine Inch Nails weisen, kleine atmosphärische Einschübe verhindern Stillstand. Das Wichtigste aber: Auch ohne maßvolle Weiterentwicklung ist die Musik des Dillinger Escape Plan von nach wie vor überwältigender Dichte und Rasanz, zerrt dich in alle Richtungen zugleich. Da nimmt ihnen nach wie vor wirklich niemand die Butter vom Brot.



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