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The Hives

»Tyrannosaurus Hives«

[Polydor / Universal / VÖ: 19.07.2004 ]

Text: Christian Kahrmann, Christian Kahrmann

Die Hives würden mit diesem, ihrem neuen Album jeden Berg erklimmen. Das war bereits vor ihrem Gang ins Studio, vor der ersten Note so was von ausgemachte Sache. Vergleichbar in etwa mit dem Beastie-Boys-Album ›Hello Nasty‹ oder natürlich auch mit ›Room On Fire‹ der Strokes. Warum das so war und hier wieder so ist, liegt auf der Hand. Es handelte sich (inklusive der Hives) um drei Platten, die in direkter Nachfolge stehen zu ganz großen »Grower«-Erfolgen (›Vendi, Vidi, Viscious‹, ›Ill Communication‹, ›Is This It‹). Grower bedeutet, dass die jeweiligen Alben nicht unmittelbar bei Erscheinen parademäßig durch die Straßen getragen wurden, sondern sich Lob bis absolute Verehrung aufgrund ihrer Größe ehrlich und hart verdient hatten.

Und wenn dann der Nachfolger dazu ansteht, will eben keiner zurückstehen. So huldigt man quasi der letzten Platte noch mal nachträglich, indem man das Follow-up unbesehen zum Geniestreich erhebt. Meist haben es solche Alben dann aber doch schwerer. Zu kalt ist der Schatten des Vorgängers, zu groß die Affenliebe des Publikums zu den alten Hits. Die Hives begegnen diesem Mechanismus mit einem gewissen coolen Stoizismus. Sie saufen noch immer – ganz die Skandinavier, die sie sind – einmal pro Woche gemeinsam in ihrer Männergruppe bis zur Besinnungslosigkeit und verstehen ihren Garagen-Rock’n’Roll, der gerade und mit diesem Release seinen absoluten Höhepunkt erreicht hat, immer noch als lockeres Geschäft. Keine zusätzlichen Sorgen, kein Gedanke an neue Aspekte oder gar Trendwenden im Sound. Die Hives belohnen den Fan mit einem amtlichen Sequel ihres großen Hit-Albums ›Vendi, Vidi, Viscious‹. Und danach haben ja auch alle verlangt. Überrascht wird man wirklich nicht beim Durchlauf der zwölf Songs. Aber ordentlich mitgerissen. Die erste Single ›Walk Idiot Walk‹ kann sich problemlos messen lassen mit ›Hate To Say‹ oder ›Main Offender‹. Höhenlastige Gitarren, coole Hektik und schwedische Style-Genauigkeit. Nichts Neues in der Garage. Die alte Party läuft noch, aber solange das Bier nicht ausgeht, gibt es doch auch keinen Grund, sich um einen Locationwechsel zu bemühen.



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